Hallo.
Ich bin Sondelanfänger und brauche als Sachse ja eine Genehmigung vom sächsicshen Amt für Denkmalschutz. Ich wollte euch nun Fragen ob der folgende Text soweit für die Beantragung ausreicht:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit beantrage ich die nach §14 Abs.2 SächsDSchG benötigte Genehmigung zum durchführen von Nachforschungen mittels Metalldetektor im Raum Leipziger Land. Meine Nachforschungen sollen nicht nur mir als interessierten Heimat- und Geschichtsforscher dienen, sondern auch dem Land Sachsen, an das alle Fundstücke laut §25 Abs.1 SächsDSchG zwingend abgeführt werden müssen. Ich habe mich mit dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz vertraut gemacht und akzeptiere diese im vollen Masse.
Mfg ................................."
Irgendwie kam mir das ein bissel wenig vor, könntet ihr mich unterstützen? Was fehlt noch? Was würdet ihr andersmachen? Habe ich überhaupt eine Chance auf die Genehmigung?
Ich würde mich sehr über eure Antworten freuen. Im Vorraus schon ein "Dankeschön"
Sonntagsgruß Schwertzeit
Moin,
sehr schön formuliert und völlig ausreichend. Eventuell könntest Du noch dazu schreiben, welches das Ziel Deiner Nachforschungen ist.
NFG werden in Sachsen grundsätzlich erteilt, ich sehe da im Moment keine Probleme.
Viel Erfolg für Deinen Antrag und gut Fund
Walter
Hallo,
schließe mich den Worten von Walter an. Das Schreiben ist sehr schön formuliert und völlig ausreichend.
Die Suchgenehmigungen erteilt das Landesamt für Archäologie, Zur Wetterwarte 7 , in 01109 Dresden.
Ich gehe mal davon aus, daß der Antrag von der Denkmalschutzbehörde zum genannten Amt weitergeleitet wird.
Besser ist aber gleich dort hinschicken.
Viel Glück beim Suchen wünscht
Roland
Danke für eure Zustimmung!
Achso, hab noch was auf dem Herzen: reicht für mich als Anfänger das Gerät Garret ACE 250?
Hallo,
der ACE 250 ist vollkommen ausreichend.
Wenn du unbedingt einen Detektor mit Display haben möchtest, käme alternativ noch der Fisher F2 und der Teknetics Discovery 3300 in Frage.
Beide haben eine leichtere Suchspule als der ACE, da nicht vollvergossen und lassen sich somit viel länger, ermüdungsfreier schwenken.
Der Discovery hat darüber hinaus noch einen manuellen Bodenabgleich mit an Board.
In der Preislage liegen alle drei um die 200,- Euro.
Gruß
Wolfgang
Danke für die Antwort Indiana! Wenn ich dann die Genehmigung habe beschränkt die sich dann nur auf beackerte Felder oder was darf alles "abgesucht" werden?
Zitat von: Schwertzeit in 30. März 2010, 08:34:28
Danke für die Antwort Indiana! Wenn ich dann die Genehmigung habe beschränkt die sich dann nur auf beackerte Felder oder was darf alles "abgesucht" werden?
Mußt Du mit dem Amt besprechen.
Ich habe gerade eben meinen Antrag in den Briefkasten gesteckt, bin gespannt was zurückkommt, und vor allem wie lang es dauert. Dann werde ich in einem weiteren Schreiben, sollte das Landesamt nicht schon was dazu sagen, Erkundigungen zu dem was "abgesucht" werden darf einholen.
und, schon eine Antwort?
Ja,das würde mich auch mal interessieren.Hab ja in einen anderem Tread gefragt,ob man in Sachsen einfach so sondeln kann....
Na,haste nun ne Antwort? :besorgt:
Sämtliche Auftritte ehrenamtlicher Mitarbeiter in derartigen Foren sind von LfA Sachsen nicht erwünscht.
Daher das stetige "Schweigen" der Sachsen.
Viele liebe Grüße.
Zitat von: Staxe in 29. September 2010, 11:02:19
Sämtliche Auftritte ehrenamtlicher Mitarbeiter in derartigen Foren sind von LfA Sachsen nicht erwünscht.
Daher das stetige "Schweigen" der Sachsen.
Viele liebe Grüße.
Und da sage einer bei uns herrsche Meinungsfreiheit... Sarrazin läßt grüßen...
Hallo, habe neulich eine Antwort auf o.g. Antrag an die sächsischen Landesarchäologen bekommen:
Ich fasse es mal mit meinen Worten zusammen....
Hallo Herr.XXX , toll, dass sie es wagen ihre Sonde im Sachsenland zu schwenken, nur bedenken sie lt. Gesetz soundso und blablabla vor der Suche noch ein Antrag zu stellen..mit genauem Suchziel, warum, weshalb und womit und wer ist dabei....Um Ihre Fähigkeit zu schulen und unseren tollen "Genehmigt" -Stempel nicht zu früh abzunutzen bitten wir sie noch zu einer Schulung in unserem trautem Heim , wo sie nach dem kostenpflichtigem Seminar dann stolzer Besitzer einer offiziellen Buddelerlaubnis sein könnten. Natürlich weisen wir sie drauf hin, dass Sachsen ein "Schatzregal" - Land ist und somit das ganze ausgebuddelte Gedöns eh uns gehört und unsere Genehmigung nur für ein Jahr zählt ...
Ich hatte ehrlich damit gerechnet, dass es eine Schulung gibt (find ich sehr o.k.) und dann hat man ne NFG in der Hand und die zählt dann länger....
Ich hab echt nicht wirklich Lust mir jährlich neue Seminare anzutun nur damit der Bürokratiestaat beschäftigt ist....Suchziele hatte ich vorher angegeben...aber hier will man ja vorher einen Antrag sehen, wann ich wo genau buddle....
Ist mir leider zu umständlich - ich werd die Acker besuchen, deren Besitzer mir grünes Licht gegeben haben- ich werd jüngere Funde in meine Vitrine packen (hab noch gar keine) werd unklare und gaaanz alte Sachen im anonymen Paket gen landeshauptstadt schicken ( Natürlich mit Fundort-Koordinaten und Fotos)... aber ich hab echt keine Zeit hier jeden Schritt vorher beantragen und erbetteln zu müssen. Dass Waldflächen, Bodendenkmale tabu sind ist mir bewusst.... ich such einfach auf Äckern an einer alten Handelsstrasse, die jetzt von Gewerbegebieten und anderen tollen Bauten umgekrempelt wurde...
So jetzt diskutiert mich zugrunde..Will ich als Landesarchäologe Funde haben oder sind unbesuchte Äcker und überbaute Flächen wichtiger für die Nachwelt???Irgendwie geh ich wohl zu naiv an das Thema ran....aber wenigstens verstehe ich jetzt die ganzen "Schwarzbuddler" hier ...
...ein leicht enttäuschter Chiquitaman....
Zitataber hier will man ja vorher einen Antrag sehen, wann ich wo genau buddle....
Manche munkeln, daß die Sachsen an einem Chip experimentieren (Implantat für den Halsmuskel :narr: ), um die Sucher ständig per Satellit orten zu können. :smoke: :narr:
ZitatSo jetzt diskutiert mich zugrunde.
Warum. Deine Reaktion ist absolut verständlich. Allerdings ist die Vorgehensweise von Sachsen auch nicht neu. Es kommt jetzt nur darauf an, was du persönlich daraus machst.
Mein Tipp (generell für alle Sucher in allen Bundesländern ): Alles melden was gefunden wurde (Schrott ausgenommen) !!! Namentlich bist du jetzt ja schon bekannt. Nutze die Chance.
Zitatjährlich neue Seminare anzutun
Damit kann man leben. Ich wäre froh, wenn solche Fortbildungen in Baden-Württemberg angeboten würden.
Hallo,
auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, möchte ich die Aussage von chiquitamann nicht so einfach stehen lassen. Eigentlich sind die Sachsen in Sachen NFG sehr human und wie Belenos bereits sagt, werden sie meistens erteilt.
Die Antwort, die chiquitamann erhalten hat, bekommen grundsätzlich erstmal ALLE Anfragenden nach einer NFG. Darin wird die Gesetzeslage erklärt, was genau in dem Antrag stehen sollte und wie die Sache abläuft. (Meistens ruft man da ja vorher mal an oder schreibt eine Email bevor man den richtigen Antrag stellt.)
Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt mit dem Antrag und Dinge wie Suchgebiet, Suchziele, mitarbeitende Personen und eventuell die erwartete zeitliche Stellung der Funde benennt, sehe ich keinen Grund warum man nicht wenigstens zum Gespräch eingeladen wird. Dinge wie "Fotografien, Dokumentationen und Gutachten zu dem betroffenen Areal", wie in dem Antwortschreiben an Chiquitamann wahrscheinlich gewünscht, kann man später immer noch nachreichen, wird aber wahrscheinlich sehr selten verlangt. :zwinker: Das Gespräch dürfte für jeden halbwegs ernsthaft Interessierten auch kein Problem sein.
Danach muss man dann noch die erwähnte Schulung (1 Samstag!) besuchen, die KOSTENFREI und nur für Sondengänger notwendig ist! Darin wird unter anderem der Umgang mit der Sonde, Funddokumentation und vieles andere erklärt. Alles Dinge, die spannend sind, wenn man nicht nur einfach mal nach Schätzen buddeln will. Von weiteren verpflichtenden Lehrgängen habe ich noch nie etwas gehört und halte das auch für ein Gerücht.
Ich kann es jedem Sachsen nur empfehlen sich um eine NFG zu bemühen! Bei Interesse wendet euch an Herrn Dr. Heiermann des LfA, der steht euch dann zur Seite.
LG
emiore
Zitat von: Staxe in 29. September 2010, 11:02:19
Sämtliche Auftritte ehrenamtlicher Mitarbeiter in derartigen Foren sind von LfA Sachsen nicht erwünscht.
Viele liebe Grüße.
Hallo Staxe,
mit welcher Begründung eigentlich?
Fände es schon ein wenig dreist, mir vorschreiben zu lassen, in welchen Internetforen ich mich in meiner Freizeit bewege.
Grüße Corax
Hallo Corax,
ich kenne zwar die Begründung für diesen speziellen Fall nicht, aber für mich gilt eine ähnliche Regelung in Bezug auf Navigationsgeräte (ja anderes Thema) meiner Firma. :friede:
Der Grund für mich ist, das ich als bekennender und bekannter Mitarbeiter einer Organisation/ Firma mehr Informationen habe als Andere und somit auch weiss, wie man gewisse Regelungen aushebeln kann. Würde ich mich in einem Forum darüber auslassen oder versehendlich aus Ungeschicktheit etwas durchsickern lassen, so könnte das einen immensen Schaden für die Firma bedeuten.
Solange ich anonym bleibe, kann ich natürlich netten Leuten kleine Tipps geben, aber wenn das mein Chef erfährt, bin ich meinen Job los - sollte klar sein oder?
Für den vorliegenden Fall könnte ich mir vorstellen, das man vielleicht durch Beachtung bestimmter Klauseln in einem Antrag oder einem Fundbericht jedem dahergelaufenen "Idioten" eine entsprechende Genehmigung ausstellen oder den Fund übelassen müsste, und damit würde dem Land ein ziemlich großer Schaden entstehen.
Ich denke, wer schon bei einem Vorabgespräch mit dem Denkmalamt war, hat schon einen Einblick bekommen worauf es den Leuten da ankommt.
Und ganz ehrlich: ich bin neu hier im Forum, aber so mancher hier (nicht in diesem Threat) sollte wirklich keine Genehmigung bekommen (haben) so wie sich manche hier äussern :nono:
ZitatSolange ich anonym bleibe, kann ich natürlich netten Leuten kleine Tipps geben, aber wenn das mein Chef erfährt, bin ich meinen Job los - sollte klar sein oder?
Sorry, versteh ich nicht. Anonym? und dann hast du eine Website mit Realnamen unter deinem Avatar. :smoke:
tja und deshalb schreibe ich auch nix über unsere Navis, und wenn du mich Löcher in den Bauch fragst, ich sag nix :-D
Zitat von: Schmerlen-andy in 21. April 2011, 19:56:40
tja und deshalb schreibe ich auch nix über unsere Navis, und wenn du mich Löcher in den Bauch fragst, ich sag nix :-D
Persönlich finde ich Schmerlen sowieso interessanter. :-D :narr:
Ist übrigens eine sehr nette Website. :super:
Zitat von: Pfälzer in 21. April 2011, 20:30:15
Persönlich finde ich Schmerlen sowieso interessanter. :-D :narr:
Ist übrigens eine sehr nette Website. :super:
Danke, wenn du ebenso verrückt und interessiert an Schmerlen bist wie am Suchen... vielleicht möchtest du die Seite ja übernehmen?
Schau mal in mein Forum http://www.schmerlen-forum.de/t505945f11772482-Ich-gebe-auf.html da steht warum...
Hi,
scheinbar ist die eigene Meinung hier nicht erwünscht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, auch wenn mir einiges dazu einfallen würde!!!
:cop:
Hi,
Habt ihr es in Sachsen so gut, wenn es bei mir in Hessen doch auch so einfach wäre !!!
LG Andy
Zitat von: Schmerlen-andy in 21. April 2011, 16:51:05
Hallo Corax,
ich kenne zwar die Begründung für diesen speziellen Fall nicht, aber für mich gilt eine ähnliche Regelung in Bezug auf Navigationsgeräte (ja anderes Thema) meiner Firma. :friede:
Der Grund für mich ist, das ich als bekennender und bekannter Mitarbeiter einer Organisation/ Firma mehr Informationen habe als Andere und somit auch weiss, wie man gewisse Regelungen aushebeln kann. Würde ich mich in einem Forum darüber auslassen oder versehendlich aus Ungeschicktheit etwas durchsickern lassen, so könnte das einen immensen Schaden für die Firma bedeuten.
Solange ich anonym bleibe, kann ich natürlich netten Leuten kleine Tipps geben, aber wenn das mein Chef erfährt, bin ich meinen Job los - sollte klar sein oder?
Hi Schmerlen-Andy,
wenn es um den Job geht, ist es ja noch nachvollziehbar aber hier gehts ja um ein Hobby..Das man da auch gewisse Regeln zu beachten hat, ist mir vollkommen klar.. aber wenn man mich in meiner Freizeit, speziell in meinen Internet-Aktivitäten, einschränken will, habe ich persönlich ein Problem damit. Vielleicht liegts auch daran, daß ich nicht gerne "fremdbestimmt" werde..
Viele Grüße
Corax :winke:
Zitat von: Corax in 27. April 2011, 17:00:45
aber wenn man mich in meiner Freizeit, speziell in meinen Internet-Aktivitäten, einschränken will, habe ich persönlich ein Problem damit.
Hi Corax,
oh ich fürchte da habe ich wohl etwas falsch verstanden, jetzt verstehe ich auch die Nachricht von MultiSammler.
Da muss ich auch noch mal ein "Sorry" hinterherschieben, natürlich bin ich dafür das jeder schreiben soll was er denkt - wo kämen wir denn sonst hin wenn man jedem hier den Mund verbieten würde nur weil er ne Meinung hat die nicht in irgendein Konzept passt.
Ich war davon ausgegangen das es darum geht, "warum keine _Mitarbeiter_ der Denkmalschutzbehörde (oder so) hier sind um ihre Meinung dazu abzugeben " " Begründung: denen ist es untersagt."
und das würde ich verstehen, wenn der oberste Dienstherr den Mitarbeitern da gewisse Richtlinien vorgibt, wie sie sich in der öffentlichkeit verhalten sollen. (Habe das EHRENAMTLICH übersehen...)
Ich hoffe das Mißverständnis ist damit geklärt :-)
:-D :winke:
Der Antrag von Schwertzeit ist m. E. völlig unzureichend. In Frankreich würde er im Papierkorb des Sachbearbeiters landen, bei mir in Luxemburg würde ich den Antragsteller erst mal antanzen lassen und ihn um zusätzliche Informationen bitten.
Weshalb ist der Antrag unkomplett?
- Das Themengebiet bzw. die Zielsetzung der "Nachforschungen" fehlen völlig.
- Das geographische Suchgebiet ist nur sehr ungenau umrissen.
- Kompetenzen / Erfahrungen in Geschichte oder Archäologie werden keine erwähnt. Sie sind jedoch Vorraussetzung zum Erfüllen der Malta Konvention von 1992!
- Mitgliedschaft in einer anerkannten Geschichts- oder Archäologievereinigung?
- Wie werden mögliche Funde dokumentiert bzw. Infos zum Verbleib der Fundgegenstände.
:nono: :nono: :nono:
Zitat von: chiquitaman in 09. Oktober 2010, 22:47:32
Hallo, habe neulich eine Antwort auf o.g. Antrag an die sächsischen Landesarchäologen bekommen:
Ich fasse es mal mit meinen Worten zusammen....
Hallo Herr.XXX , toll, dass sie es wagen ihre Sonde im Sachsenland zu schwenken, nur bedenken sie lt. Gesetz soundso und blablabla vor der Suche noch ein Antrag zu stellen..mit genauem Suchziel, warum, weshalb und womit und wer ist dabei....Um Ihre Fähigkeit zu schulen und unseren tollen "Genehmigt" -Stempel nicht zu früh abzunutzen bitten wir sie noch zu einer Schulung in unserem trautem Heim , wo sie nach dem kostenpflichtigem Seminar dann stolzer Besitzer einer offiziellen Buddelerlaubnis sein könnten. Natürlich weisen wir sie drauf hin, dass Sachsen ein "Schatzregal" - Land ist und somit das ganze ausgebuddelte Gedöns eh uns gehört und unsere Genehmigung nur für ein Jahr zählt ...
Ich hatte ehrlich damit gerechnet, dass es eine Schulung gibt (find ich sehr o.k.) und dann hat man ne NFG in der Hand und die zählt dann länger....
Ich hab echt nicht wirklich Lust mir jährlich neue Seminare anzutun nur damit der Bürokratiestaat beschäftigt ist....Suchziele hatte ich vorher angegeben...aber hier will man ja vorher einen Antrag sehen, wann ich wo genau buddle....
Ist mir leider zu umständlich - ich werd die Acker besuchen, deren Besitzer mir grünes Licht gegeben haben- ich werd jüngere Funde in meine Vitrine packen (hab noch gar keine) werd unklare und gaaanz alte Sachen im anonymen Paket gen landeshauptstadt schicken ( Natürlich mit Fundort-Koordinaten und Fotos)... aber ich hab echt keine Zeit hier jeden Schritt vorher beantragen und erbetteln zu müssen. Dass Waldflächen, Bodendenkmale tabu sind ist mir bewusst.... ich such einfach auf Äckern an einer alten Handelsstrasse, die jetzt von Gewerbegebieten und anderen tollen Bauten umgekrempelt wurde...
So jetzt diskutiert mich zugrunde..Will ich als Landesarchäologe Funde haben oder sind unbesuchte Äcker und überbaute Flächen wichtiger für die Nachwelt???Irgendwie geh ich wohl zu naiv an das Thema ran....aber wenigstens verstehe ich jetzt die ganzen "Schwarzbuddler" hier ...
...ein leicht enttäuschter Chiquitaman....
Sorry,
aber glaubst Du wirklich, dass es mit einem einzigen Tag Kursbesuch getan ist?
Ich habe in Hessen, seit die Kurse angeboten werden jedes Jahr einen besucht: Feldbegehung, Keramik, Vermessung, 2 Zeichenkurse für Funde usw.
Es ist doch nicht damit getan, zu wissen, wie ein Detektor funktioniert. Wie misst Du Funde ein, die im Zusammenhang miteinander stehen? Da klappt das mit dem GPS nicht, die müssen einzeln eingemessen werden. Wie unterscheidest Du bei Scherben, ob sie älter sind und gemeldet werden müssen?
Die Kurse haben doch nichts mit Bürokratie zu tun, sondern mit Wissen, das Du nicht hast, aber brauchst, wenn Du dieses Hobby gemeinverträglich ausüben möchtest.
Viele Grüße
Walter
Zitat
Es ist doch nicht damit getan, zu wissen, wie ein Detektor funktioniert. Wie misst Du Funde ein, die im Zusammenhang miteinander stehen? Da klappt das mit dem GPS nicht, die müssen einzeln eingemessen werden. Wie unterscheidest Du bei Scherben, ob sie älter sind und gemeldet werden müssen?
Die Kurse haben doch nichts mit Bürokratie zu tun, sondern mit Wissen, das Du nicht hast, aber brauchst, wenn Du dieses Hobby gemeinverträglich ausüben möchtest.
Besser hätte man es wohl kaum ausdrücken können. Doch wie viele SG sind bereit 1. Ausbildungskurse zu besuchen 2. Funde per GPS einzumessen und mit den Koordinaten zu versehen 3. das ganze unentgeltlich zu tun?
Und dann auch noch auf einem Acker :belehr: !!
Gruß Multi :dumdidum:
Zitat von: Archaeos in 28. April 2011, 11:32:13
Besser hätte man es wohl kaum ausdrücken können. Doch wie viele SG sind bereit 1. Ausbildungskurse zu besuchen 2. Funde per GPS einzumessen und mit den Koordinaten zu versehen 3. das ganze unentgeltlich zu tun?
In SH über 100 und in MV auch schon fast 100
ZitatIn SH über 100 und in MV auch schon fast 100
Hört sich positiv an. Aber wie viel Prozent machen die aus? Wahrscheinlich weniger als 20 % der gesamten Sondenbesitzer ... :besorgt:
Zitat von: Archaeos in 28. April 2011, 21:37:27
Hört sich positiv an. Aber wie viel Prozent machen die aus? Wahrscheinlich weniger als 20 % der gesamten Sondenbesitzer ... :besorgt:
Trenne wir doch einfach Sondenbesitzer in Sondengänger und Schatzsucher.
Bei Sondengängern dürfte die Quote weit über 50 % sein bei Schatzsuchern eher gegen 0 gehen :engel:
Zitat von: Archaeos in 28. April 2011, 21:37:27
Hört sich positiv an. Aber wie viel Prozent machen die aus? Wahrscheinlich weniger als 20 % der gesamten Sondenbesitzer ... :besorgt:
Zitat von: insurgent in 29. April 2011, 08:50:56
Trenne wir doch einfach Sondenbesitzer in Sondengänger und Schatzsucher.
Bei Sondengängern dürfte die Quote weit über 50 % sein bei Schatzsuchern eher gegen 0 gehen :engel:
Da war es wieder - das Glas Wasser........... :zwinker:
Zitat von: insurgent
Trennen wir doch einfach Sondenbesitzer in Sondengänger und Schatzsucher.
Bei Sondengängern dürfte die Quote weit über 50 % sein bei Schatzsuchern eher gegen 0 gehen :engel:
Der Begriff "Sondengänger" ist weniger mit pejorativen Konnotationen verbunden als der Begriff "Schatzsucher". Doch der Gebrauch von Metalldetektoren in den Händen von Privatleuten zum Zweck des Sammelns, des Vergnügens oder des Zeitvertreibs ist immer noch geprägt von dem Überbegriff "Schatzsuche", daran ist nicht zu rütteln.
Gibt es überhaupt eine Trennung zwischen "Sondengänger" und "Schatzsucher"? Meines Erachtens nein.
Da gibt es noch einen anderen Begriff, der sehr häufig mißbräuchlich in Verbindung mit dem Gebrauch des Metalldetektors verwendet wird: "Hobbyarchäologe". Ich finde den Begriff denkbar schlecht gewählt, da Archäologie doch eine Wissenschaft ist und nicht ein mehr oder weniger stupides Sammeln von archäologischen Gegenständen. Deshalb spreche ich lieber von einem "ehrenamtlichen Mitarbeiter der Archäologie" insofern er die Prinzipien und die Methodologie der Archäologie verstanden hat und sie anzuwenden weiss. Aber wie schon in anderen Diskussionen erwähnt, der Begriff "Archäologe" ist leider nicht geschützt ... jeder darf sich so bezeichnen, egal ob er etwas von dieser Wissenschaft versteht oder nicht.
Um kurz auf den Antrag zurückzukommen. Sehr oft bekomme ich Anträge von Leuten auf den Tisch, die "legal" sondeln wollen. Sie verhalten sich so, als ob sie mit ihrem Antrag automatisch und selbstverständlich ein Anrecht auf die Erteilung der Nachforschungsgenehmigung hätten (cf. Angelschein). In 80 % aller Fälle müsste ich eigentlich den Schein verweigern. Selbst bei den langjährigen Sondengängern, die in regelmässigem Kontakt mit dem Museum stehen gibt es nicht wenige, die den Sinn vom Einmessen der Funde per GPS nicht erkennen und beratungsresistent sind ...
Die wirklich wertvollen Leute unter den Sondenbesitzern stellen m.E. weniger als 20 % dar. Das deckt sich im übrigen mit der Feststellung von Daniel Bérenger, einem Archäologen aus Bielefeld, der schreibt: "
... Die restlichen 15 % sind sehr aktive und historisch interessierte Menschen "
Lieber Archaeos
Zitat von: Archaeos in 29. April 2011, 10:54:03
Der Begriff "Sondengänger" ist weniger mit pejorativen Konnotationen verbunden als der Begriff "Schatzsucher". Doch der Gebrauch von Metalldetektoren in den Händen von Privatleuten zum Zweck des Sammelns, des Vergnügens oder des Zeitvertreibs ist immer noch geprägt von dem Überbegriff "Schatzsuche", daran ist nicht zu rütteln.
Gibt es überhaupt eine Trennung zwischen "Sondengänger" und "Schatzsucher"? Meines Erachtens nein.
Ich finde es relativ lustig das du hier nicht den Unterschied zwischen "Sondengänger" und "Schatzsucher" den der insurgent bewusst gewählt hat anerkennen willst. Der Unterschied ist den Medien und den >Konsumenten< der 2 Min. Nachichten-Medien in diesen knappen 2. Min auch nicht zu erklären, daher benutzen diese bewusst den Begriff "Schatzsucher". Das ist Interessant und Provokant.
Zitat von: Archaeos in 29. April 2011, 10:54:03
Da gibt es noch einen anderen Begriff, der sehr häufig mißbräuchlich in Verbindung mit dem Gebrauch des Metalldetektors verwendet wird: "Hobbyarchäologe". Ich finde den Begriff denkbar schlecht gewählt, da Archäologie doch eine Wissenschaft ist und nicht ein mehr oder weniger stupides Sammeln von archäologischen Gegenständen. Deshalb spreche ich lieber von einem "ehrenamtlichen Mitarbeiter der Archäologie" insofern er die Prinzipien und die Methodologie der Archäologie verstanden hat und sie anzuwenden weiss. Aber wie schon in anderen Diskussionen erwähnt, der Begriff "Archäologe" ist leider nicht geschützt ... jeder darf sich so bezeichnen, egal ob er etwas von dieser Wissenschaft versteht oder nicht.
Hier wird genauso Mediengerecht der Begriff "Hobbyarchäologen", weil alles andere nicht in 2 Min. erklärbar wäre, benutzt. Du möchtest es aber besser erklärt haben nämlich als "ehrenamtlichen Mitarbeiter der Archäologie". Das können wir hier im Forum machen aber nicht in "freier Wildbahn"
Ich sag jetzt mal "ehrenamtlichen Mitarbeiter der Archäologie" sind "Sondengänger" und ich bin fest davon überzeugt, so hat es der insurgent gemeint. Ich hab das auf Anhieb verstanden. Diese Sondengänger sind keine >stupiden Sammler von archäologischen Gegenständen<, sie unterstützen Archäologen und zwar da wo es den Archäologen fehlt, an Geld, Personal und Zeit.
Sie haben wohl nicht Archäologie studiert sind aber deswegen nicht ohne archäologisches Wissen.
Ich finde wenn ich dein 1. Zitat mit dem 2. vergleiche deine Einstellung da etwas scheinheilig.
Um es mal ganz provokativ zu sagen, sogar "Raubgräber" haben archäologisches Wissen, denn sonst würden sie Kronkorken ausbuddeln und versuchen die zu verhökern.
Natürlich gibt es Detektornutzer die ähnlich viel Grips haben wie Bert das Brot, aber auch die können geschichtlich interessiert sein, und mit Herz und Seele sondeln und vor allen Dingen ehrlich sein. Sie müssen geführt werden und angeleitet und nicht als grundsätzlich "stupide Sammler von archäologischen Gegenständen" gestempelt werden. Einige werden immer durchs Netz gehen.
Auch unter den Christen die die das 7. Gebot kennen halten sich einige nicht daran. :heul:
Sorry, aber wenn ich mich ärgere dann muss das raus. :smoke:
Gruß
Michael
Michael,
Mich ärgert der ungenaue Sprachgebrauch der Presse ungemein, der aus gemeinen Schatzsuchern ehrenwerte Hobbyarchäologen macht. Diese permanente Vermischung von Begriffen in der Presse nervt. Guter Journalismus und eine präzise Wortwahl wollen gelernt sein ...
Übrigens ich habe nicht von "stupiden Sammlern" geschrieben, sondern von "stupidem Sammeln". Das ist ein gewaltiger Unterschied. Unter "stupidem Sammeln" verstehe ich das undokumentierte Auflesen von archäologischen Gegenständen mit der damit verbundenen Dekontextualisierung (= aus dem Kontexte reissen). Was den Archäologen vom Sammler unterscheidet ist die Vorgehensweise, die Arbeitsmethode. Du hast völlig recht, dass Raubgräber oft über sehr viel archäologisches Fachwissen verfügen, doch ihr Handeln ist ausschließlich objekt- und profitorientiert. Die Profitorientiertheit ist eines der Hauptmerkmale der Sucher, welche ich als Raubgräber bezeichne.
Du schreibst von Sondengängern, die "geführt und angeleitet werden müssen." Schön und gut, das gehört im Moment u.a. zu meinem Job. Diese oft naiven und unbedarften Leute (sehr oft ganz sympathisch) wurden und werden von den Detektorhändlern mit verlogenen und irreführenden Versprechungen und Aussagen zum Sondengehen/Schatzsuchen verführt nach dem Motto "Hauptsache, die Kasse stimmt" und wir Archäologen sind mit diesen Leuten geplagt, um es mal klar und deutlich auszudrücken. :wuetend:
Das grosse Problem ist: selbst wenn man sich alle Mühe der Welt gibt, um Sondengängerneulinge auf den richtigen Weg einer archäologieverträglichen Suche zu leiten, es kommen deren weit mehr hinzu als man ausbilden kann. Eine echte Sisyphusarbeit!
Das Thema hier ist der Antrag auf Genehmigung. Auch wenn ich nicht für die sächsischen Kollegen sprechen kann, so wollte ich auf einige der allgemeinen Probleme bei der Genehmigungspraxis hinweisen und die Sichtweise der Archäologen erklären.
Gruß,
André
Servus André
ZitatDie wirklich wertvollen Leute unter den Sondenbesitzern stellen m.E. weniger als 20 % dar. Das deckt sich im übrigen mit der Feststellung von Daniel Bérenger, einem Archäologen aus Bielefeld, der schreibt: " ... Die restlichen 15 % sind sehr aktive und historisch interessierte Menschen "
Wann hast du denn das letzte Mal mit Bérenger gesprochen. Diese Aussage von ihm stammt von Treis-Karden 2005. Das ist auch schon fast 6 Jahre her. Vielleicht hat sich in NRW doch schon mehr bewegt. Eventuell hat dort auch jemand eine Statistik angelegt und es ist denen dort viel zu positiv gelaufen............ :smoke: :-D
Zitat
Die wirklich wertvollen Leute unter den Sondenbesitzern stellen m.E. weniger als 20 % dar. Das deckt sich im übrigen mit der Feststellung von Daniel Bérenger, einem Archäologen aus Bielefeld, der schreibt: " ... Die restlichen 15 % sind sehr aktive und historisch interessierte Menschen "
Na ja, das war das Zitat, nun kommt die Antwort. (Hab wohl den falschen Knopf gedrückt.)@Edit@ Nun paßt es, Gruß niemand
Dann sollte es eigentlich das Ziel sein, zu den besonders wertvollen Sondengängern zu gehören;)
Vorgestern hatte ich eine Unterredung mit dem Ärchodienst von Bern in Sachen Genehmigung, und war neugierig darauf zu erfahren, was die dort so für Ängste und Sorgen haben. Offensichtlich haben sie eine Abneigung gegen Leute, die gern an der frischen Luft einen neuen Lebenssinn suchen und von den Archäologen (bildlich gesprochen) an der Hand genommen und durch die Gegend geführt werden wollen und dann auch noch mit Funden ausser jedem Zusammenhang Arbeit verursachen. Das deckt sich doch weitgehend mit Deiner Sicht der Dinge.
Gefragt sind hingegen Leute, die eine Fragestellung haben, selber Projekte entwickeln, diese dann auch durchziehen, ohne Kollateralschaden zu verursachen, und die Ergebnisse in brauchbarer Form abliefern. Gegen eine solche Einstellung habe ich als Hobbyist nichts einzuwenden. Das gibt mir immerhin die Möglichkeit, mit Fachleuten zusammenzuarbeiten, statt gegen Beamte zu kämpfen.
Grüsse vom Schuhnagel
Hi,
der Begriff Sondengänger für den Geschichtsinteressierten zu verwenden ist sowieso grundsätzlich falsch. Der eigenliche Sondengänger i wirklichen Sinne des Wortes ist selektiv nur an Metallfunden interessiert. Viele die diskutieren sind Feldbegeher die auch die Metallsonde verwenden und sollten sich von der Bezeichnung Feldbegeher verabschieden.
Wenn wir alle Sondenbesitzer einbeziehen, also auch solche, die sich bei Discountern entsprechende Geräte besorgen oder besorgt haben, die einfach so mal mit den Detektoren über die Felder gehen wollen, ohne bestimmtes Ziel oder auch mit der Vorstellung ein vermeintlichen Schatzfund zu machen, dann halte ich die Quote von 20 % für die Denkmalpflege nützlichen Sondenbenutzern für durchaus realistisch.
Zitat von: Archaeos in 29. April 2011, 10:54:03
Die wirklich wertvollen Leute unter den Sondenbesitzern stellen m.E. weniger als 20 % dar. Das deckt sich im übrigen mit der Feststellung von Daniel Bérenger, einem Archäologen aus Bielefeld, der schreibt: " ... Die restlichen 15 % sind sehr aktive und historisch interessierte Menschen "
André
Deine Aussage
Zitat von: Archaeos in 29. April 2011, 10:54:03
Selbst bei den langjährigen Sondengängern, die in regelmässigem Kontakt mit dem Museum stehen gibt es nicht wenige, die den Sinn vom Einmessen der Funde per GPS nicht erkennen und beratungsresistent sind ...
finde ich äußerst interessant. Man sieht, dass sich was in der Archäologie bewegt. Meine Forderung Genehmigungen zu verweigern, wenn die Funde nicht mit GPS eingemessen werden, wurden bisher von den Archäologen abgelehnt, wenn nicht belächelt.
Grund dafür war, dass man wider besseres Wissens diese Forderung hauptsächlich wegen der älteren Feldbegehern nicht festschreiben wollte.
So wird auch bei den neuen Richtlinien zur Funddokumentation in Hessen dass die Einmessung Zitat ".... notfalls über Meterschritte abgelaufen werden kann." und dass bei den ständigen Flurbereinigungen. Dass ich diese archaische Methode, die noch heute bei Altdokumentationen Probleme machen, für ein wissenschaftliches Nogo halte, darüber brauchen wir nicht zu streiten.
Das Problem der GPS-Verweigerung sehe ich also weniger bei den "Sondengängern als vielmehr bei den altforderen Feldbegehern.
Gruß Jörg
Zitat von: Pfälzer in 29. April 2011, 13:47:04
Servus André
Wann hast du denn das letzte Mal mit Bérenger gesprochen. Diese Aussage von ihm stammt von Treis-Karden 2005. ...
Richtig, die Zahl stammt aus dem Jahr 2005. Am 12. März 2009 habe ich zuletzt Herrn Bérenger in Strassburg anlässlich des jährlichen Treffens des Europae Archaeologiae Consilium getroffen und hatte in der Mittagpause ein längeres Gespräch mit ihm. Das Thema des Kolloquiums war ebenfalls die Black Archaeology. Von einer Verbesserung der Situation in NRW war nicht die Rede.