Sucherforum

Restauration / Handwerk / Methodik => Fundreinigung und Restauration => Thema gestartet von: Ruebezahl in 23. August 2003, 13:17:31

Titel: verbogene Bleimarke
Beitrag von: Ruebezahl in 23. August 2003, 13:17:31
Gibt es bei Blei auch den Effekt der Rekristallisation ?
Wenn ja, kann man auch versuchen durch erwärmen ihn rückgängig zu machen ?
Hat man bei diesem Stück eine Chance ?
Stimmt es, das die Rekristallisation nur an Objekten auftritt, die nach der Erstarrung mechanisch verformt wurden ?
Titel: Rekristallisation
Beitrag von: stratocaster in 05. Februar 2004, 19:25:45
Hallo Rübezahl,
ich habe auch Deinen Beitrag über die verbogenen Silbermünzen gelesen und kann Deine Erfahrungen (aus theoretischer Sicht) bestätigen, denn ich habe in grauer Vorzeit mal Werkstoffkunde studiert und kenne mich da etwas aus.
Rekristallisation gibt es nur bei stark verformten Metallen, wenn man sie erhitzt. Dann bildet sich wieder ein besser verformbares Metallgefüge aus. Bei Blei ist wegen des niedrigen Schmelzpunktes natürlich Vorsicht geboten. Aber als Faustregel: Wenn man biegen muß, ist Warmbiegen immer besser als Kaltbiegen. Langsam ist besser als schnell. Bei bestimmten Gußgefügen nützt auch die Wärme nichts; das kann man dann nicht biegen; es bricht einfach. Aber bei Blei ist eigentlich nichts zu befürchten. Ist die Rekristallisationstemperatur jedoch zu hoch, oder man glüht zu lange, entsteht ein zu grobes Gefüge, das beim Biegen zu einer "Orangenhaut" führt. Das ist auch schlecht.
Noch Fragen ?
Gruß
Stratocaster :besserwiss::besserwiss::besserwiss:
Titel:
Beitrag von: Ruebezahl in 05. Februar 2004, 19:37:36
Hi stratocaster,
danke für die Antwort. Ich werde in einer ruhigen Stunde mich mal an das Teil machen. :engel:
Ich suche immer noch nach den Zollteken aus meiner Stadt und vermute, daß sie aus Blei waren. Vielleicht ist es ja einer ?