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Restauration / Handwerk / Methodik => Fundreinigung und Restauration => Thema gestartet von: Merowech in 19. Juni 2012, 22:58:51

Titel: Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: Merowech in 19. Juni 2012, 22:58:51
Auf den folgenden Fotos seht ihr eine Restauration eines Armbandsegmentes des späten Mittelalter
mit verschiedenfarbigen Glasschmelzen von Grün über Rot,Weiß, Blau und Gelb.
Die ersten Vermutung das es sich hier um eventuell ein römisches Stück handeln könnte wurde durch die Reste des zu
erkennenden Verschluss das einem Cliqué Verschluß ähnelt entkräftet, diesen gibt es in der römischen Epoche bei den
dort arbeitenden Schmuckschaffenden nicht.

Nach dem Freilegen der Patina und Säuberung von anhaftenden Verkrustungen wurde die rötliche Patina noch zusätzlich stabilisiert
um das archaischen Erscheinungsbild zu sichern.
In einzelnen Schritten wurden die zum Teil zerstörten Glasschmelze ergänzt oder ausgetauscht ( Sisyphusarbeit - muss nicht immer sein )
Zu guter Letzt eine schützende Schicht auf dem Armband angebracht und feeeeertich !

Viel Spaß beim schauen !
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: insurgent in 19. Juni 2012, 23:11:36
Hallo Micha  :winke:

immer wieder schön Deine Arbeit anzusehen :super:

Danke für`s zuschauen

Jochim
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: Geronimo in 19. Juni 2012, 23:44:27
Sehr schön,überhaupt der Fund ansich!  :super:

Greez Gero
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: StoneMan in 20. Juni 2012, 00:04:39
Moin,

:kunst: ganz hervorragend. Schöne Dokumentation, prächtiger Fundbeleg  :super:

Danke fürs Zeigen.

Gruß

Jürgen
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: )))DRAGO((( in 20. Juni 2012, 05:58:53
Hallo Micha :winke:,

tolle Arbeitsleistung von dir :super:, und tolles Fundstück.

Gruß ausöln
Markus
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: mc.leahcim in 20. Juni 2012, 08:15:19
Sehr, sehr schön geworden!
Auch sehr schöne Bilder die man locker vergrößern kann ohne das es zu pixelig wird, so kann man dir genau auf die Finger schauen. :-D
Beim genaueren Anschauen habe ich mich gefragt ob hier zwei verschiedene Fertigungstechniken angewand wurden. Bei den rechteckigen die Grubenschmelztechnik und bei den rhombischen die Zellenschmelztechnik, zumindestens im Bereich der gelben Mitte. Oder hat man bei den Rhomben einfach nur mehr Material rund ums gelbe stehen gelassen.
Es sieht jedenfalls auf den Bildern so aus als wäre bei den Rhomben in der Mitte Metall zu sehen?

Hmm, jetzt wo ich fertig bin mit schreiben denke ich, wenn in der Mitte tatsächlich Metall stehen gelassen wurde, das es doch nur eine Fertigungstechnik war. Grubenschmelze, weil das einfach Sinn machen würde. Sonst hätte man, wenn man eh schon Zellschmelze macht auch bei den Rechtecken Stege aus Draht zwischen dem Glas verwendet. :kopfkratz:

Wie auch immer. Nicht nur bei der Herstellung puzzelarbeit auch bei der Restauration. :super:

Gruß

Michael
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: Merowech in 20. Juni 2012, 09:41:07
Zitat von: mc.leahcim in 20. Juni 2012, 08:15:19

Beim genaueren Anschauen habe ich mich gefragt ob hier zwei verschiedene Fertigungstechniken angewand wurden.



Gruß

Michael


Hi,
nein es sind keine Metallstege vorhanden, und ja das hast du richtig erkannt das gelbe Material in das rote eingebettet.
Das rote Material ist von allen das weichste und ist sehr anfällig auf Druck und bröselt sehr leicht, wir haben es hier nicht mit
einem Glasschmelz im klassischen Sinne zu tun, sondern eher mit einem Pulver das vermutlich mit einer flüssigen Klebermasse welches
transparent aushärtet gemischt und eingefüllt wurde. Allerdings ist mir bekannt sollte es sich bei dem roten doch um Schmelz handeln
dieser als der empfindlichste gilt ( weitere Ausführungen erspare ich mir jetzt hier - möchte ja keine Doktorarbeit schreiben )

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein das ich bei einer Restauration einer römischen Fibel ( auch hiervon gibt es Fotos ) ähnliche
Materialien entdeckt habe die in Kombination mit Schmelz oder Emaille auftauchen.
Anhand der Materialstärke von unter 0,05 mm kann es kein Schmelz sein, sondern meine Vermutung eine Art Lack.
Dies müsste in Anbetracht des vorhandenen Wissensstandes seitens der Archäologie nochmals überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
Bei Fragen zur dieser Thematik stehe ich gerne bereit.
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: dappeler in 20. Juni 2012, 10:04:07
DANKE fürs zeigen, immer wieder faszinierend!  :winke:
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: stratocaster in 20. Juni 2012, 10:52:08
Hallo Mero,

wunderbare Doku, vor allem auch, weil Dein Werkzeug mit auf den Fotos ist.  :super:
Und was das Ergebnis betrifft, ist ja bei Dir wohl auch nichts anderes zu erwarten  :zwinker:

Beste Grüße  :winke:
Titel: Re:Restauration eines spätmittelalterlichen Armbandsegment
Beitrag von: Goatman in 23. Juni 2012, 16:38:51
Hi Mero,
einfach SPITZE, danke fürs zeigen  :super: :super: