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Sondengehen => Anfängerfragen => Thema gestartet von: Snoop in 22. Februar 2009, 01:16:50

Titel: Viele Fragen
Beitrag von: Snoop in 22. Februar 2009, 01:16:50
Hallo zusammen...

Ich bin 27 Jahre alt und komme aus dem Ruhrgebiet.
Ich habe wirklich großes Interesse an der "Schatzsuche" und habe mich in den letzten Tagen hier und in anderen Foren ein wenig umgesehen.
Jetzt sind bei mir einige Fragen entstanden:

1. Will mir zum Anfang ein Einsteigergerät kaufen, in Frage kommen das ACE 250 und das F2.
Beim Lesen habe ich sehr viele Fachkundige gefunden (sowohl hier als auch in den USA) die beide Geräte als gut empfinden, dem F2 aber noch mehr zusprechen würden.
Daher habe ich mich ebenfalls für das F2 entschieden.
Frage ist nun wo bekomme ich es am günstigsten (natürlich inkl. beider Spulen, günstigste was ich gefunden habe war 209 oder 219 euro bin mir nicht ganz sicher)

2. Hat jemand von euch erfahrung mit dem Sondeln im Ruhrgebiet?
Mir würden jetzt spontan Wälder, Halden und Felder einfallen (wobei ich auf halden natürlich ne Menge Schrott vermute und die daher eher rausfallen)
Wie sind eure Erfahrungen? Gibt ja hier auch einige Städte die Schon 2000 Jahre alt sind, da dürfte man ja vielleicht auch mal Glück auf alte Münzen etc haben oder?
Oder auch Hellwege (Beispiel Wattenscheider Hellweg oder Kastroper Hellweg schweben mir da so im Kopf, da gibts ja auch das ein oder andere feld entlang...)

3. Wie sieht das mit Genehmigungen etc. aus? Wie sind da eure Erfahrungen?
Kann ich einfach in einen Wald gehen und sondeln oder bekomme ich da Probleme mit dem Förster oder der Verwaltung?
Wie ist eure Erfahrung mit Bauern und Förstern??? Erlauben die es oder sind die eher nicht begeistert?
Geht ihr immer schön artig fragen oder lauft ihr einfach ab???
Bekommt man eine Genehmigung von der Stadt für einen Wald oder Park???

So die Sachen lagen mir so auf der Seele, wäre schön wenn der ein oder andere seine Erfahrungen austauscht.
Und mir den Tip für den F2 gibt, damit ich ihn bald mein Eigen nennen kann ;o)

Liebe Grüße

Tim
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Loenne in 22. Februar 2009, 10:34:39
Moin Tim,

willkommen im Forum.  :winke:

Zu Deinem Detektor kann ich nichts sagen. Zu den anderen Fragen kannst Du Dich ja vielleicht mal hier umsehen: www.digs-online.de/forum

Neben der Genehmigung der Grundeigentümer brauchst Du vor allem eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Eine Suche im Wald ist grundsätzlich tabu und wird nur in Ausnahmefällen genehmigt.

Entweder meldet sich hier noch jemand aus Deiner Ecke und sagt Dir wie Du vorgehen musst, oder Du trägst Dein Anliegen noch mal in dem oben genannten Forum vor.

Gruß
Michael
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: the_searcher in 22. Februar 2009, 11:09:42
Grundsätzlich ist das sondeln ja überall verboten, ohne Genehmigung.   :heul:

Aber wie schon gesagt es gibt die Möglichkeit eine Genehmigung zu bekommen was aber meist ziemlich schwer ist da die Behörden eher gegen Hobbyarchäologen sind. Du solltest aufjedenfall schauen das du nicht auf Bodendenkmälern rumbuddelst das kann ganz schön teuer werden. Im Wald lohnt sich eine Suche sowieso nur wenn du weisst da war mal was ansonsten meist sinnlos. Am besten gehst du auf Wiesen, Äcker usw. Aber wenn du keine Genehmigung hast gehst du am besten in der Dämmerung oder in der Nacht los  :irre: falls du nicht erwischt werden willst...  Es gibt bestimmte Voraussetzungen für eine Genehmigung z.B. Fundort auf Karten einzeichnen, Fundbeschreibung usw. Aber da können dir andere Leute hier besser weiterhelfen als ich  :zwinker:

So nun zu den Detektoren:

Ich glaube der Fisher f2 soll ein wenig besser sein als der
ace 250.
Aber so groß sind die Unterschiede zwischen den beiden Geräten nicht und mit du kannst mit keinem der beiden Md´s was verkehrt machen.
Sind die besten Neugeräte in der Preisklasse mit akzeptabler Suchleistung und was sonst noch so dazu gehört.
für 250 € würde ich eher zum F2 raten , da hier mehr Zubehör wie Spulen usw. mitgeliefert werden ,wenn ich mich nicht irren sollte.
Ansonsten einfach mal bei ebay schauen. Aber ehrlich gesagt ich würde dir raten noch etwas zu sparen und dir ein besseres gebrauchtes Gerät zuzulegen  :zwinker:

hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

mfg

the_searcher  :winke:

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Pfälzer in 22. Februar 2009, 11:46:46
Du kommst von Reutlingen ?

ZitatGrundsätzlich ist das sondeln ja überall verboten, ohne Genehmigung

Aber wie schon gesagt es gibt die Möglichkeit eine Genehmigung zu bekommen was aber meist ziemlich schwer ist da die Behörden eher gegen Hobbyarchäologen sind. Du solltest aufjedenfall schauen das du nicht auf Bodendenkmälern rumbuddelst das kann ganz schön teuer werden. Im Wald lohnt sich eine Suche sowieso nur wenn du weisst da war mal was ansonsten meist sinnlos. Am besten gehst du auf Wiesen, Äcker usw. Aber wenn du keine Genehmigung hast gehst du am besten in der Dämmerung oder in der Nacht los   falls du nicht erwischt werden willst...  Es gibt bestimmte Voraussetzungen für eine Genehmigung z.B. Fundort auf Karten einzeichnen, Fundbeschreibung usw. Aber da können dir andere Leute hier besser weiterhelfen als ich   

Wenn ich das lese, da wird mir schlecht. Dämmerung ? Nacht ? Und das von einem Baden-Württemberger. Da braucht man sich doch nicht wundern. Jetzt suchst du auch noch Sucher aus dem Raum Reutlingen. Gehst du dann selbst im Trupp bei Nacht zum Suchen ?  :wuetend:

Schau dir mal lieber meine Signatur an.  :glotz:

Und dann fang einfach mal an zu denken.  :idee:
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: the_searcher in 22. Februar 2009, 15:43:01
lol flip halt aus  :nono:

Sry wenn die Geräte gleich konfesziert werden!, ich geh selber auch Tagsüber los aber das Risiko ist immer dabei  :wuetend:

Ich geh ja net auf BD´s oder sonst was ....  :super:

oder willst du das deine Detektoren kassiert werden und du Strafe zahlen musst?

Es gibt viele Sondler die Nachts losgehen wird doch hier auch offen besprochen z.B. wenn es um Beleuchtung der Geräte geht usw.. da gibts genug die sich dazu äussern  :friede:
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Pfälzer in 22. Februar 2009, 16:33:49
Zitat von: the_searcher in 22. Februar 2009, 15:43:01
lol flip halt aus  :nono:
Sry wenn die Geräte gleich konfesziert werden!, ich geh selber auch Tagsüber los aber das Risiko ist immer dabei  :wuetend:
Ich geh ja net auf BD´s oder sonst was ....  :super:
oder willst du das deine Detektoren kassiert werden und du Strafe zahlen musst?
Es gibt viele Sondler die Nachts losgehen wird doch hier auch offen besprochen z.B. wenn es um Beleuchtung der Geräte geht usw.. da gibts genug die sich dazu äussern  :friede:

:staun:

Bevor ich mich in meiner Wortwahl vergreife, hier ein Zitat:

ZitatDie Ausreden sind heute so billig, daß sie sich jeder leisten kann.
© Kuno Klaboschke

Zitatoder willst du das deine Detektoren kassiert werden und du Strafe zahlen musst?

Beides kann bei mir nicht eintreten. 

Du hast es nicht verstanden oder verstehen wollen - oder ?

ZitatSchau dir mal lieber meine Signatur an

Versuch es nochmal.

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Snoop in 22. Februar 2009, 17:00:14
Hi erstmal danke für die Antworten,

Also nachts würde ich jetzt auch nicht gehen.
Allerdings denke ich mal nicht das wenn ich heute eine Genehmigung beantrage diese morgen schon bekomme oder?
Und ich werde garantiert nicht so lange warten, dann werde ich auch mal so raus gehen, will ja schließlich Praxis bekommen.
Mir liegt es fern an irgendwelchen Bodendenkmälern zu sondeln zumal es davon hier im Ruhrgebiet auch nicht wirklich viele gibt, würde eher auf Äckern oder Wiesen suchen oder auch mal in den Wald gehen. ich bin kein Raubgräber, sondern einfach jemand der riesen interesse am Sondeln hat und Riesen interesse an alten Sachen hat und geschichtlich sehr interessiert ist, voralem was meine Region und mein Land angeht.
Sollten da Funde zustande kommen würde ich diese natürlich melden wenn es wirklich alte Sachen sind, das ist für mich Ehrensache!

Allerdings werde ich mir in dem deutschen Genehmigungsdchungel kein Bein rausreißen, darüber kann jeder denken wie er will.

Das mal so aus meiner Sicht.

Wie gesagt Genehmigung gerne, aber deshalb ein Bein rausreißen bestimmt nicht, erstmal gucken wie es funktioniert, Praxis bekommen und Spaß an der Sache entwickeln, werde mir bestimmt nicht die Freude an der Sache mit Ämtergängen vermiesen!

Vielleicht ist es ja auch garnichts für mich und ich verkaufe nach 2 Moinaten alles wieder, dann kann ich mir meine Genehmigung aufs Klo hängen...
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Loenne in 22. Februar 2009, 17:13:18
Moin Tim,

kaufst Du Dir auch erst mal ein Auto oder Motorrad, fährst damit 1-2 Jahre ohne Führerschein rum, um zu schauen ob Dir das gefällt, bevor Du Dich mit irgendwelchen schwierigen Prüfungen auseinandersetzt?

Wenn Du der Meinung bist, dass es im Ruhrgebiet keine BDs gibt und Du keine Lust hast Dir eine Genehmigung zu besorgen, dann kann Dein geschichtliches Interesse nicht sehr groß sein. Das Ruhrgebiet ist - wie viele andere Regionen - geradezu zugepflastert mit BDs. Und wenn sie Dich erst mal erwischt haben, brauchst Du auch keine Genehmigung mehr zu beantragen. Ist wie mit dem Schwarzfahren, da gibt es auch erst mal eine Sperre.

Das mal so aus meiner Sicht.

Gruß
Michael
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Snoop in 22. Februar 2009, 17:20:07


Ok Loenne Tuché!!! Sehr guter Einwand und gutes Beispiel überzeugt mich wirklich!


Aber eine Gegenfrage:

Hast du vom ERSTEN Tag an an dem du gesucht hast eine Genehmigung???

Sei ehrlich!
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Loenne in 22. Februar 2009, 17:30:01
Hallo Tim,

nein hatte ich nicht. Erstens weil man mich nicht aufgeklärt hat und ich es somit überhaupt nicht wusste, dass ich überhaupt eine benötige und zweitens, weil es in meinem Bundesland damals keine gab. Heute ist vieles leichter und einfacher.

Warum gehst Du nicht erst mal mit jemandem mit, der bereits eine Genehmigung hat? Schau Dir das Hobby in Ruhe an, lass Dir erklären worauf es ankommt, wie spannend die Zusammenarbeit mit den Archäologen sein kann, wo es überall BDs gibt usw. Dabei kannst Du mit Sicherheit auch mal den Detektor schwingen und wirst schnell merken, ob Dir das Hobby Spaß macht.

Gruß
Michael
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: the_searcher in 22. Februar 2009, 17:35:17
Zitat von: Pfälzer in 22. Februar 2009, 16:33:49
Zitat von: the_searcher in 22. Februar 2009, 15:43:01
lol flip halt aus  :nono:
Sry wenn die Geräte gleich konfesziert werden!, ich geh selber auch Tagsüber los aber das Risiko ist immer dabei  :wuetend:
Ich geh ja net auf BD´s oder sonst was ....  :super:
oder willst du das deine Detektoren kassiert werden und du Strafe zahlen musst?
Es gibt viele Sondler die Nachts losgehen wird doch hier auch offen besprochen z.B. wenn es um Beleuchtung der Geräte geht usw.. da gibts genug die sich dazu äussern  :friede:

:staun:

Bevor ich mich in meiner Wortwahl vergreife, hier ein Zitat:

ZitatDie Ausreden sind heute so billig, daß sie sich jeder leisten kann.
© Kuno Klaboschke

Zitatoder willst du das deine Detektoren kassiert werden und du Strafe zahlen musst?

Beides kann bei mir nicht eintreten. 

Du hast es nicht verstanden oder verstehen wollen - oder ?

ZitatSchau dir mal lieber meine Signatur an

Versuch es nochmal.



Warum kann dir sowas nicht passieren? haste ne Genehmigung? falls ja Glückwunsch... Aber bekomm sowas mal in BaWü na dann viel spaß
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Snoop in 22. Februar 2009, 17:52:41
Loenne du verstehst mich nicht :)

Ich will doch gerne mit den Archäologen zusammenarbeiten sowas macht mir totalen Spaß, aber es muss doch nicht direkt vom ersten Tag an sein.
Versteh doch, ich werde mir die Genehmigung erteilen lassen aber ich werde nicht die komplette Wartezeit bis zur Genehmigung untätig bleiben, das würde ich nicht aushalten, das wär ja so als wenn du ne nackte 20 Jährige neben dir liegen hast und erst auf die genehmigung der Mama warten mussst  :frech:

Wenn dann wil ich auch sofort loslegen, was aber nicht heißt das ich die eventuellen Funde raubschatzen will  :cop:
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Daniel in 22. Februar 2009, 17:59:52
Zitat von: the_searcher in 22. Februar 2009, 17:35:17Aber bekomm sowas mal in BaWü na dann viel spaß
Wer sagt,daß der "Pfälzer" nicht sogar im Schwäbischen wohnt? :zwinker:
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Pfälzer in 22. Februar 2009, 18:15:35
Danke Daniel

ZitatWer sagt,daß der "Pfälzer" nicht sogar im Schwäbischen wohnt?

Der Pfälzer wohnt sogar in Esslingen am Neckar. Sozusagen in der Höhle des Löwen. :narr:

Man(n) Reutlinger, so schwer ist das doch nicht.

Wenn du das Hobby dauerhaft und gesetzeskonform ausüben willst, melde einfach deine Funde beim Regierungspräsidium Tübingen, Referat 25.

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: the_searcher in 22. Februar 2009, 18:31:09
Pfälzer ich schreib dir ma ne pn  :friede:
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: undertaker in 22. Februar 2009, 19:50:38
@ snoop

In Köln findet an jedem ersten Freitag im Monat ein Stammtisch statt. Da sind genug Leute die Dir kompetent  :-D für NRW sagen können wo's lang geht und wer die Ansprechpartner sind. NRW ist was die NFG ein liberales Land.

Gut Fund

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Snoop in 22. Februar 2009, 20:06:15
Das hört sich doch mal interessant an...

Gibt es nen bestimmten Ort oder ist das immer verschieden???
Um wieviel Uhr gehts los?

Wie lange muss man denn so im Schnitt auf eine Genehmigung warten und was Kostet der Spaß eigentlich???
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: masterTHief in 22. Februar 2009, 20:06:35
Also "nachts sondeln" halte ich für äußerst gefährlich  :wuetend: .

Du fällst in die Löcher, die Deine Vorgänger nicht geschlossen haben und kannst Dir was brechen  :frech: .
Bodenverfärbungen durch jahrtausende alte Holzpfostenlöcher kommen dann auch  :glotz: nicht so gut.
Außerdem ist es nachts etwas kälter und kalte Spulen reagieren nicht so empfindlich auf die Metalle.
Ich packe meine verschiedenen Spulen dann immer in die Aldi-Thermostüte für die Tiefkühlkost.
Mit ein paar warmen Decken und einer Wärmflasche (Gummi, nicht Metall, da sonst die Spule irritiert wird) kannst Du aber tolle Ergebnis erzielen, die sonst nur am Tage erreichbar wären  :-D .
...
Und dann gab es da noch den Detektoren-Händler, der dem Fernseh-Team in einem Interview überzeugend darlegen konnte, daß er nicht davon ausgeht, auch Raubgräber zu beliefern   :friede: - im nächsten Satz hat er das Team bezeichnenderweise auf die neueste Generation von Nachtsichtgeräten in seinem Lagerbestand hingewiesen  :smoke: .
Letzteres - nicht gerade sehr vertrauenserweckend - wurde nicht ausgestrahlt.
Die Aufnahmen wurden allerdings tagsüber gedreht, was der Detektorenhändler nachts so treibt  :schaf:   :schaf:  :schaf: , ist nicht überliefert.

Gruß

masterTHief

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Grenzton in 14. April 2009, 23:22:51
Hallo Leute.

Wenn ich diese Texte hier lese wird mir echt übel...sorry.

Ich arbeite seit einiger Zeit mit dem Bodendenkmalamt (Archäologie und Paläontologie) zusammen, und habe auch schon mal mit einer Sonde vom Amt gesucht.
Für mich ist das eher nix.
Bei der Suche ist mir aber eines klar geworden.
Wenn die Sonde einen Fund signalisiert, steckst Du ein Fähnchen in den Boden und überlässt die Ausgrabung den Archäologen.
Alles was Du snoopy dann tust um an das Objekt Deiner Begierde zu kommen ist in meinen Augen (und da stehe ich nicht alleine da) Raubgräberei.
Dann hast Du vielleicht einen Metallfund, na super! Aber dafür möglicherweise den Befund zerstört.
Ich hoffe nur das mir nie jemand mit Deiner Einstellung begegnet...

Gruß aus Bochum,  Kalle
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: DamastBarsch in 15. April 2009, 09:58:15
Na na Grenzton  :cop:... er hat doch beigedreht. Aber offen gesagt ging mir bei dem ein oder anderen Post hier im Thread auch die Hutschnur... Dein Beitrag ist aber auch nicht gerade differenziert geschrieben. Befunde im ungestörten Boden: ok. Auf mehrfach umgebrochenen Flächen aber: naja. Sry für die Erbsenzählerei, fühl mich aber immer irgendwie dazu genötigt was zu schreiben wenn die genehmigte Ackersuche und wirklich hochinteressante Zusammenarbeit mit den Offiziellen mit "Halbseidenen" in einen Topf rutscht.


Gruß  :winke:
Tom
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Grenzton in 16. April 2009, 22:36:14
Weißt Du Damastbarsch...

In der Regel beinhaltet selbst ein jährlich gepflügter Acker theoretisch ungestörte Befunde.
Der Pflug greift so in 30-40cm tiefe, darunter beginnen dann aber auch schon die vorgeschichtlichen Horizonte (Eisenzeit, Bronzezeit).
Darauf reagiert die Sonde auch, ich möchte den sehen der sich dann an meine Ausführungen halten würde.

Vor dem ziehe ich dann den Hut, ehrlich.

Gruß, der Kalle
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Loenne in 16. April 2009, 22:41:58
Zum Glück habe ich unterhalb von 40 cm Tiefe außer einer Bombe noch nichts gefunden.  :narr:
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Grenzton in 16. April 2009, 22:50:37
Ha, mein Suchhorizont fängt erst bei 40cm an.

Kalle
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: chabbs in 16. April 2009, 23:06:00
Hey Grenzton,

das verzerrt die Wirklichkeit nun wirklich ein wenig. Zeige mir einen Detektor, der unter 40 cm noch etwas Interessantes außer Eisenschrott anzeigt!

Ich wohne in NRW, bin gemeldeter Sondengänger und habe Geschichte studiert.  Glaube mir, auf einem normalen Acker, der kein BD oder KD ist (dann ist´s meist auch kein Acker) kannst Du so gut wie keinen Fundzusammenhang stören. Einfache Gauß-Krüger Korrdinate, Fundbeschreibung, ungefähre Fundtiefe...fertig. Die tieferen Schichten ab 30 cm sind nicht nur Tabu (NRW...bis Pflugtiefe), sondern auch mit den gängigen Detektoren von Tesoro, Minelab etc nur auf großen Eisenschrott zu erreichen. Für den Fall von 1:1000000, dass da ein Bronzeschwert oder die Zwillingsschwester der Himmelscheibe liegt...mein Gott, dann wurde es eben an einer Stelle gefunden, an der sonst niemals gegraben worden wäre. Man kann dann, wenn man vernünftig gräbt und bei solchen Funden das Graben sofort einstellt, immer noch genug an Befunden sichern.



Liebe Grüße
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Silex in 17. April 2009, 00:04:11
Das verzerrt die Wirklichkeit- wie ich sie kenne- nun auch wieder gewaltig- chabbs
Je nach Ackerkonsistenz sind manchmal  25 cm schon  eine Katastrophe für relevante Befunde.
Vor allem bei verackerten Gräbern  der Hügelgräberbronzezeit (mit schützenden Steinpackungen) konnte ich bei nachfolgenden , archäologischen Grabungen erkennen dass schon 20 cm absolut tödlich sein können.
Ob nun ein paar cm mehr oder weniger- es geht ums Prinzip. Ein hallstattzeitliches Eisenschwert sieht in der Erde für einen normalen Schachtsondler aus wie ein  lästiges Eisentrumm - in situ ist es neben Skelettresten, Bernstein, Keramikschalen, Holzkohlebefunden der Grabeinfassung , Pollen, Geweberesten  undundund...für den Fachmann ein Erkenntnisgewinn ohnegleichen.
Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte würde ichs nicht schreiben.
Das Hallstattgrab lag 20 cm unter den obersten Ackerkrumen---leicht verzogen- mit Pferdegeschirren, Bernsteinperlen, Schwert, Lanze, Amulettanhänger aus geschliffenem Stein,  reichlich exquisiter Keramik.
Ich bin froh dass da -auch kein vorsichtiger Sondler- drüber suchte.
Das wäre ein entscheidendes Loch zuviel gewesen....auch von einem kundigen Sucher.
Seitdem habe ich die Sonde beiseite gestellt- nur wenn Bauaushub zum Abtransport bereitgehügelt ansteht piepst es seitdem. "Spaß" sollte man sich woanders holen!
glaubt
Edi
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Loenne in 17. April 2009, 08:28:09
Moin Eddi,

leider verzerrt auch Dein Beispiel die Wirklichkeit. Erstens ist so ein Grab in 20 cm Tiefe so häufig wie ein Sechser im Lotto, zweitens weiß ich nicht wie die bei Euch pflügen, aber hier würden wird das Harken nennen. Wenn bei uns der Bauer über den Acker geht, nagelt der mit seinem 6-Scharrpflug mindestens 30 bis 40 cm in den Boden. Losgelöst von den Tiefenmeißeln, die teilweise 70 cm runter gehen. Wenn der dann 2 x Mal an einer Steinpackung hängengeblieben ist, holt der Bauer seinen Bagger und gräbt den ganzen "Mist" aus und wirft es auf den Knick. Da ist mir jeder Sondler lieber, der die Sachen vorher entdeckt, meldet und sie dann entsprechend gerettet werden können. Drittens ist es so, dass im Regelfall bei einer Grabung die ersten 30 bis 40 cm Oberboden achtlos abgebaggert werden.

Unsere Archäologen freuen sich jedenfalls über jeden zertifizierten Sondengänger, der etwas findet, dass sonst zerstört oder nie entdeckt worden wäre.

Gruß
Michael
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Belenos in 17. April 2009, 08:31:25
Hallo Silex,

das ist ja schon richtig was Du schreibst, aber wie oft kommt das vor?

Normalerweise wird das Grab nicht entdeckt und verpflügt, verpflügt und verpfügt bis nichts mehr da ist. Da ist dann die Frage was besser ist, dass ein Sondengänger den vorhanden Befund einer einer Stelle durchlöchert, dafür das Grab aber überhaupt entdeckt wird, oder dass es einfach verschwindet.

Wir haben hier eine spätantike Siedlung, sogar mit einer Münzprägestätte, natürlich wusste keiner davon. In den 50ern wurde mitten durch eine Autobahn gebaut. Links und rechts davon seit Jahrhunderten Acker und erst ein Sondengänger hat sie gefunden, klar, weil kein Feldbegeher vorher die wirklich sehr winzigen Münzlein und Rohlinge gefunden hat.

Bleiben wir beim Grab, bei vielen Gräbern, einem Friedhof der Merowinger Zeit. Seit gut 1000 Jhren wird dort Ackerbau betrieben. Jetzt hat der moderne Pflug den Grabhorizont erreicht und die ersten Beigaben verpflügt, die ein Sondengänger entdeckt hat. Die Archäologie konnte daraufhin dem Landwirt die Bewirtschaftung verbieten und dieses Jahr soll der Friedhof jetzt ausgegraben werden. Möglich, dass der Sondengänger dabei in einem Grab tatsächlich den Befund gestört hat, weil dieser Fund eventuell noch nicht verpflügt war, sondern sich noch in situ befunden hat, noch, denn lange hätte er sich nicht mehr in situ befunden, aber steht dies in einem Verhältnis zu all den anderen Gräbern die sonst unerkannt zerstört worden wären? Nein!

Viele Grüße

Walter

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: DamastBarsch in 17. April 2009, 13:05:03
Hi Kalle, hallo Edi.

Den Ausführungen meiner Vorschreiber Loenne und Belenos ist argumentativ kaum noch etwas hinzuzufügen. Dennoch muss ich hier mal loswerden, dass ich es klasse finde wie sachlich und "unpersönlich" hier diskutiert werden kann. Das bin ich aus anderen Foren so nicht gewöhnt. I like that  :prost:


Gruß  :winke:
Tom
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Die_Buddler in 17. April 2009, 13:22:30
 :engel:
Oh Gott!!
Schon wieder diese Diskussion..............................
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: MünzFinder in 17. April 2009, 13:57:12
Zitat von: Die_Buddler in 17. April 2009, 13:22:30
:engel:
Oh Gott!!
Schon wieder diese Diskussion..............................

Du sagst es  :irre: .
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: Loenne in 17. April 2009, 15:00:02
Ist immer wieder notwendig, da einige lange brauchen um es zu begreifen (einige wenig nie) und außerdem gibt es immer wieder Neueinsteiger und Mitleser, die noch nicht mit dem Allwissen einiger User hier auf die Welt gekommen sind.

Wen es nicht interessiert, muss ja nicht lesen - ganz einfach!

Gruß
Michael
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: chabbs in 17. April 2009, 17:26:45
Wie Loenne sagt, diese Diskussion ist mit die Wichtigste, die wir führen können. Und Silex hat nicht ganz unrecht: Jeder Eingriff in den Boden kann auf eine Grablege oder einen ähnlichen Befund stoßen.
Und es ehrt Dich, Silex, dass Du daraus die Konsequenz ziehst, nicht mehr mit der Sonde gehen zu wollen. Mir ist diese Einstellung bedeutend lieber, als ein unbedachter Sondengänger, der Unwissen wichtige Archäologische Befunde zerstört oder eben der Raubgräber, der gezielt nach solchen Funden sucht und sich gar nicht erst darum kümmert, was für die Wissenschaft verloren geht.

Deshalb bin ich auch für einen Sondengängerführerschein. Klipp und klar. Suchmuster, Bergungstechniken, und vor allem zu wissen, wann man das Graben unbedingt einzustellen hat, halte ich für Kernkompetenzen, die man nicht mal eben so mit dem Kauf einer Sonde miterwirbt.

Ich zum Beispiel habe an einigen Grabungen teilgenommen, arbeite ständig mit dem Denkmalamt zusammen und habe schon mehrmals die Herren Archäologen zum Grabungsplatz geführt, weil ich mir einfach nicht sicher war, was ich da nun angebuddelt habe.

Ein kleiner Spatenstich auf dem Acker, nach dem dann noch alles weitere an Befundne gesichert werden kann, ist jedem Archäologten lieber, als ein Pflug, der die ganze Schose mal eben quer über einen Hektar verteilt. Pflughorizonte von 20 cm werden heute schon beim normalen Grobern erreicht. Gepflückt wird oft bis -wie Loenne schrieb- 50 cm. Manchmal auch tatsächlich 70 cm!

Da ist ein -gezielter und gelernter- Spatenstich auf ohnehin gestörtem Boden wie ein Mückenstich auf einen Elefantenhintern... und der hilft vielleicht, ansonsten für die Wissenschaft unzugängliche (Ehrlich, gegraben wird heute nur noch in der Not oder bei Prestigeprojekten!!! Für ein bisschen Prospektion fehlt doch schon das Geld), weil unbekannte Bodendenkmäler aufzuspüren und zu erhalten.

Alles andere ist, leider, leider, Utopie.....


Liebe Grüße

chabbs
Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: MünzFinder in 17. April 2009, 19:40:17
@ Loenne,
hast Recht. Werde diesen Bereich dann in Zukunft meiden, sehe nicht gerne wie sich alle fertig machen.

@ chabbs,
Du hast auch Recht, darum finde ich den Hinweis auf "DIGS" immer wieder gut, denn dort ist ja in Prinzip die wichtigste Anlaufstelle für Neueinsteiger. Ich gebe immer schön meine Funde ab und schreibe dazu den Fundbericht. Ich muß ja keine Grabung mitmachen, dafür hätte ich noch nicht mal die Zeit (muß ja neben dem suchen auch noch Geld verdienen).

Titel: Re: Viele Fragen
Beitrag von: chabbs in 17. April 2009, 20:09:03
..:Da hast Du natürlich recht. Nicht jeder hat die Zeit für sowas....aber ich denke, so wie Du das machst, ist es auch mehr als ausreichend!  :zwinker: