Sucherforum

Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: Steinkopf in 15. März 2026, 10:24:04

Titel: Klinge mit 'Pflugretuschen'
Beitrag von: Steinkopf in 15. März 2026, 10:24:04
Moin,

Eine schöne Klinge - 131 mm lang, 48 mm breit und 12 mm stark (am Klingenfuß 17 mm) 109 g
möchte ich heute vorstellen.

Sie stammt aus dem Elbe-Weser Dreieck - von einem Platz der Ahrensburger Kultur.
Es sind dort Klingen und Kerne von beachtlicher Größe aufgetaucht, die von sehr
guter Rohstofflage zeugen.

Die schneidenden Seiten zeigen mehrere Verletzungen - wohl durch Landmaschinen verursacht.
"Pflugretusche" war eine gebräuchliche Bezeichnung dafür und wurde oft im Forum diskutiert.
Ein Paradebeispiel, wie die Berührung mit dem Metall seitlich streift, tiefer eindringt,
bis der Druck wächst und schließlich die Klinge wohl seitich ausweicht, ist hier auch ohne
Lesebrille zu sehen.

Die Verletzungen sind durch fehlende Patina mit dem Auge als rezent erkennbar.
Zu dieses Thema gibt es einen (älteren)  Beitrag vom Archäologen Volker Arnold aus SH.

LG
Jan
Titel: Aw: Klinge mit 'Pflugretuschen'
Beitrag von: Danske in 15. März 2026, 11:02:22
Moin Jan,

du hast die Entstehung von Retuschen durch landwirtschaftliches Gerät einleuchtend beschrieben.

Danke für's Zeigen und die Erläuterungen.

LG
Holger
Titel: Aw: Klinge mit 'Pflugretuschen'
Beitrag von: Nanoflitter in 15. März 2026, 11:03:36
131mm, hier wäre die Hälfte schon groß. Ich denke Kernfussklinge wäre passend. LG
Titel: Aw: Klinge mit 'Pflugretuschen'
Beitrag von: steinwanderer in 15. März 2026, 18:08:49
Moin Jan,
du schreibst von guter Rohstofflage. Nun die Frage, gibt es vor Ort so guten Flint oder haben Sie den Flint mitgebracht?
Gruß Klaus