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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: Der Onkel in 09. August 2026, 09:30:23

Titel: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Der Onkel in 09. August 2026, 09:30:23
Hallo,
dieses Klingenstück kam gestern zwischen der Zwischenfrucht zum Vorschein.
Da die anderen Fragmente immer recht klare/glatte Bruchkanten haben und die Schäden nur an beiden Enden und nicht seitlich zu sehen sind, frage ich mich, ob diese eventuell von einer Nutzung oder Retusche stammen könnten?
Oder sind es doch nur Schäden vom Pflug o.ä.?

Liebe Grüße
Manuel
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Nanoflitter in 09. August 2026, 10:28:46
Das was man hier als Retuschen sehen will, kann auch schon am Kern vorhanden gewesen sein und wurde einfach mit abgeschlagen. Nach einem Plan siehts für mich nicht aus. Proximal sieht es neu aus und nach Pflug. LG
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Furchenhäschen in 09. August 2026, 12:38:43
Hallo,
täusche ich mich da so gewaltig, denn wenn ich das letzte und Vorletzte Foto betrachte sehe ich ich einen Abschlag mit schräger Endretusche.
Das 3. Foto zeigt einen schönen Bulbus.

Grüße
Peter
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Nanoflitter in 09. August 2026, 13:11:17
Ja, ein Artefakt ist das schon. Das was Proximal so neu aussieht, kann auch am Foto liegen. Wenn der Schlagpunkt noch zu sehen ist, könnte das auch eine dorsale Reduktion sein. LG
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Wiedehopf in 09. August 2026, 14:41:39
ZitatDa die anderen Fragmente immer recht klare/glatte Bruchkanten haben und die Schäden nur an beiden Enden und nicht seitlich zu sehen sind, frage ich mich, ob diese eventuell von einer Nutzung oder Retusche stammen könnten?

Könnte es sich nicht auch um einen abgenutzten Flintenstein handeln  :kopfkratz: ?

Viele Grüße
Michael
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Danske in 09. August 2026, 15:52:56
Ich muss sagen, auch meine kleinen LBK-Klingenkratzer haben mitunter eine unregelmäßig und unsauber retuschierte Kratzerkappe, was wahrscheinlich am Gebrauch und an mehrfacher Nachretuschierung liegen dürfte. Aber die Retuschen sind immer noch einwandfrei zu erkennen.

Die sehe ich bei diesem Stück anhand der Fotos hier nicht. Ich würde es mit der Ansprache "proximales Klingenfragment" im Amt vorlegen. Die dorsalen Veränderungen am proximalen Ende dürften, wie Nano schon schreibt, am Kern vorhanden gewesen sein.

Einen Flintenstein würde ich ausschließen.

LG
Holger
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Furchenhäschen in 09. August 2026, 18:25:17
Zitat von: Furchenhäschen in 09. August 2026, 12:38:43Hallo,
täusche ich mich da so gewaltig, denn wenn ich das letzte und Vorletzte Foto betrachte sehe ich ich einen Abschlag mit schräger Endretusche.
Das 3. Foto zeigt einen schönen Bulbus.

Grüße
Peter

Hallo,
zur Ergänzung,
wir diskutieren hier über einen Abschlag mit gerade mal 2,5cm Länge denn dieser würde auch ins Mesolithikum passen können! In der Regel haben doch die Klingenkratzer der LBK ein ganz anderes Format. Den Abschlag mit distal leicht schräg befindlichen Gebrauchsretuschen halte ich für einwandfrei. Proximal erkennt man am Schlagflächenrest eine starke Zerrüttungszone welche evtl. schon am Kern vorhanden gewesen sein könnte.

Grüße Peter
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Der Onkel in 09. August 2026, 21:28:43
Vielen Dank für die informative Diskussion.
Anbei noch ein paar Fotos - ich bekomme sie gerade einfach nicht besser hin.
Zur Fundstelle: Es handelt sich um eine Freilandstation/Siedlungsstelle vom Mesolithikum bis Neolithikum im Kreis Achern in Baden-Württemberg.
Titel: Aw: Klinge: Abnutzung, Retusche oder Pflug?
Beitrag von: Danske in 09. August 2026, 22:27:50
Hallo,

auch von mir eine Ergänzung zu meinem Beitrag.

Es geht mir nicht um einen Vergleich zu LBK-Klingenkratzern, wobei die von mir gefundenen Kratzer durchaus das Format des hier gezeigten Stückes haben oder noch kleiner sind. Das dürfte überwiegend dem Umstand geschuldet sein, dass sie mehrfach nachgearbeitet wurden.

Mir geht es um die Qualität der Retuschen, die bei meinen Kratzern selbst nach intensivem Gebrauch noch deutlich ausgebildet bzw. zu erkennen sind.

Beim Stück von Manuel sehe ich keine Retuschen am distalen Ende, weder intentionelle noch durch Gebrauch entstandene. Ich halte es für eine schräge Bruchstelle.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mich im Mesolithikum nicht auskenne, daher könnte Peter mit seiner Ansprache auch richtig liegen.

LG
Holger