Stein mit Zeichen aus Nachlass

Begonnen von RockandRole, 14. Februar 2026, 17:10:46

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RockandRole

Hallo Leute,

vorhin wurde mir ein Stein in die Hand gedrückt, mit der Bitte, vielleicht etwas zu ihm herauszubekommen. Er stammt aus dem Nachlass von einem Uhrmacher. Mehr ist nicht bekannt. Es könnte somit ein Urlaubsmitbringsel, ne Tourigurke oder alles andere mögliche sein. Die beiden Pole  scheinen etwas beklopft. Aber ob das jetzt alt ist  :nixweiss:

Im Prinzip sagen die Bilder alles. Der Stein scheint irgendwie vulkanischen Ursprungs zu sein. Er glitzert aber auch an wenigen Stellen wie Quarzit.

Eine Beschriftung ist wie eine Kartusche? aufgebaut. Ich habe sie jetzt extra nicht gedreht. Ob das jetzt richtig rum ist, weiß ich auch nicht.

Ich bitte um ein offenes Brainstorming ;)
Habe wieder nur Zeit für Handbilder, habe hier meine Drei die mich fordern weil es kein Fernsehen gibt!

Weiter Bilder im Nächsten Beitrag


Liebe Grüße Daniel

gefährliches Drittelwissen

RockandRole

Hier ist noch die Kartuschen artige Beschriftung
gefährliches Drittelwissen

Carolus Rex

Hi.

Interessantes Teil.
Das mit der Schrift erinnert mich irgendwie an japanisch.

Aber sonst  :nixweiss:

Gruß CR
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Herlitz

Hallo Daniel,

kann es sich um Serpentinit handeln, weis es einen Gesteinsmagnetismus auf?
Weiter kann ich zu dem spannenden Stück nichts sagen, es wirkt aber schon alt.
 :kopfkratz:  Sven

Neos

Hallo, Daniel,

da ich selbst nichts zu diesem Stück beitragen kann, habe ich dein zweites Foto (IMG_3132.jpg) genommen, weil es am schärfsten die Symbole zeigt, es bei ChatGPT hochgeladen, und die Symbole einmal analysieren lassen.

Hier das Resultat:

>>>
Moderne Symbolgravur (sehr wahrscheinlich)

Der Stein wirkt:

  • natürlich glatt
  • ohne archäologische Kontextspuren
  • ohne Patina in den Ritzungen (sie wirken relativ ,,frisch" im Vergleich zur Oberfläche)

Solche Steine werden oft:

  • als Glückssteine
  • als Esoterik-/Meditationssteine
  • als dekorative ,,Runensteine"
  • oder als persönliche Symbolsteine

hergestellt.

Die Mischung aus:

  • Stern
  • Dreieck
  • Linien

passt stark in moderne symbolische / esoterische Gestaltungen.


Kein typischer historischer Fund

Ein echter archäologischer Fund würde normalerweise zeigen:

  • tiefere, gleichmäßig verwitterte Gravuren
  • klare Schriftstruktur
  • kulturell zuordenbare Symbolik

Das sehe ich hier nicht.
<<<

Diese Analyse muss – wie häufig bei Verwendung einer KI – nicht die Realität widerspiegeln. Aber einen Gedanken wert ist sie allemal, wie ich finde.

Wenn du die Rückseite des Steines vielleicht noch etwas schärfer ablichten könntest, könnte man dieses Foto zusätzlich einmal analysieren lassen. Das nur so als Idee.

Viele Grüße

Frank

Carolus Rex

Hi.

Wie schwer ist das Teil eigentlich?
Wenn es von einem Uhrmacher ist könnte es ja auch ein Uhrengewicht sein. Oder man steckte das Teil in einen Metallzylinder, der als Uhrengewicht diente.

Gruß CR
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RockandRole

Hey Leute, danke schon mal.

Von der Form her könnte es tatsächlich ein Uhrengeweicht sein.

Wir haben jetzt mal einige Sprachen durchgemacht und verglichen. Ethruskisch, Sumerisch, germanische Runen usw. Hat nichts gepasst. Gerade, wenn man sich das Haus mal vergrößert, sieht es sehr akkurat aus. Das ist meiner Meinung nach auch nicht alt. Glaube die KI kann so etwas schon gut abgleichen, gerade mit Sprachen und sie wird Recht haben.

Kann mir gut esoterische oder alchemistische Fantasiezeichen auf einen Uhrengewicht vorstellen.

Ich schaue mal, dass ich morgen bessere Bilder mache.
Liam hat vorhin einen Magneten dran gehalten, aber ich glaube der war zu schwach. Muss mal nen stärkeren suchen. Melde mich wieder.

Liebe Grüße Daniel
gefährliches Drittelwissen

Nanoflitter

Vielleicht auch eine Vergussmasse, kein Stein? So ne Art Beton halt. LG

RockandRole

Das könnte vielleicht auch sein. Dann sollte das Bindemittel aber Kunstharz sein. Hmm ob man das so fein hinbekommt, weiß ich nicht. Habe nur Erfahrung mit gröberen Körnungen.

Übrigens habe ich die Bilder gemacht, als mein Kleinster mir die ganze Zeit versucht hat mir die Taschenlampe für mein Streiflicht abzunehmen. War also voller Einsatz  :-D
gefährliches Drittelwissen

Carolus Rex

Hi.

Versuch mal mit einem Blatt Papier und einem Bleistift einen "Abdruck" der "Schrift" zu machen.  Wie wir das als Kinder mit Münzen gemacht haben.

Gruß CR
------------Melden macht frei--------------

Signalturm

Zeig ihn mal einem Steinmetz. Der müsste dir sagen können ob es sich um einen natürlichen Stein handelt oder um einen künstlichen.
Finderglück ist Finderlohn genug.

RockandRole

Moin Leute,

ich gehe zwar von Naturstein aus, zeige das Stück aber auch Joachim unserem Geologen hier.

Vielleicht sind die neuen Fotos für euch aufschlussreich  :winke:

Liebe Grüße Daniel
gefährliches Drittelwissen

Wiedehopf

ZitatIch bitte um ein offenes Brainstorming ;)

Hallo Daniel,

das könnte ein mesopotamisches Gewicht sein. Die Zeichen wären dann Keilschrift, hier dann nicht wie üblich in den feuchten Lehm gedrückt sondern in Stein geritzt.

https://www.praehistorische-archaeologie.de/thema/gewichtssysteme-in-der-bronzezeit/gewichtssysteme-im-mittelmeerraum/

https://www.praehistorische-archaeologie.de/images/gewicht-5-mina-ee.jpg

Viele Grüße  :winke:
Michael

RockandRole

Das Stück wiegt übrigens 333 Gramm  :kopfkratz: ist ca 103 mm lang und 40 mm hoch
gefährliches Drittelwissen

Nanoflitter

Zitat von: Wiedehopf in 15. Februar 2026, 10:16:54Hallo Daniel,

das könnte ein mesopotamisches Gewicht sein. Die Zeichen wären dann Keilschrift, hier dann nicht wie üblich in den feuchten Lehm gedrückt sondern in Stein geritzt.

https://www.praehistorische-archaeologie.de/thema/gewichtssysteme-in-der-bronzezeit/gewichtssysteme-im-mittelmeerraum/

https://www.praehistorische-archaeologie.de/images/gewicht-5-mina-ee.jpg

Viele Grüße  :winke:
Michael

Das sollte passen :super: LG

RockandRole

Hallo Michael,

das sieht schon sehr ähnlich aus. Diorit würde sich ja mit meiner Vermutung decken, dass es sich um vulkanisches Gestein handelt. Nur Keile sehe ich zumindest keine.  :glotz:

Liebe Grüße Daniel
gefährliches Drittelwissen

RockandRole

Naja, vielleicht sind doch ein paar keilartige Ritzungen vorhanden  :friede:
gefährliches Drittelwissen

Carolus Rex

Hi.

Ich würde sagen nano hat das zu 100% gelöst. Topp Bestimmung.

Diese Zeichen sehe ich definitiv auf deinen Stück.

Gruß CR
------------Melden macht frei--------------

RockandRole

Ja das stimmt, nur war es unser Michael, welcher hier eine Lösung gebracht hat  :zwinker:  die Frage ist jetzt natürlich, ob das ein Original sein könnte, oder eine Gurke ist.
gefährliches Drittelwissen

Carolus Rex

Sorry, das Lob gebührt natürlich Michael  :Danke2:

Gruß CR
------------Melden macht frei--------------

RockandRole

Ich wollte noch einen Nachtrag zu dem Stück machen, weil ich nicht weiß, ob ihr den Text von Michael im Detail gelesen habt. 333 Gramm lassen sich vortrefflich durch die 47 im Text (eigentlich zu der Zeit 60 und das kleinste gemeinsame Vielfache von 10,12 und 15, womit sich das damalige Gewichtssystem definiert) teilen. Das ergibt 7,08..
Glaube klarer kann eine Bestimmung gar nicht sein. Es sollte sich also doch um ein Original handeln, denke ich zumindest.

Liebe Grüße Daniel
gefährliches Drittelwissen

Wiedehopf

#21
Leider wird auf dem Gebiet der klassischen Kulturen auf Teufel komm raus gefälscht.
Insbesondere dort wo gleichzeitig der Tourismus boomt kann man mit fast absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass die an den Ausgrabungsstätten, oft unter der Hand angebotenen Artefakte, Fälschungen sind. In Ägypten und China z.B. gibt es regelrechte Fälschungsindustrien für solche Sachen.

Eine recht nützliche Informationsquelle dazu ist folgende Seite, die ausführlich bekannte Fälschungen solcher Art auflistet und beschreibt:

https://collector-antiquities.com/real-or-fake/ebay-fake-antiquities/

Mesopotamische Gewichte sind dort (bisher) nicht aufgeführt. Auch das könnte für die Authentizität von Daniels Stück sprechen.

Viele Grüße
Michael         

Fischkopp

Hallo an alle,

der Beitrag hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Selbst wenn es eine Fälschung ist trägt es doch dazu bei die Welt vor über 4000 Jahren uns näher zu bringen.

Hallo Daniel,
vielen Dank für diesen Beitrag!

Hallo Michael,
vielen Dank für deine Detektivarbeit!

Lieber Frank,
vielleicht kannst du die KI ja mal mit den neuen Daten füttern? Sehr spannend dein Ansatz!

Mal wieder viel gelernt hier.

LG Fischkopp

Neos

#23
Hallo, Fischkopp,

Zitat von: Fischkopp in 20. Februar 2026, 16:31:41Lieber Frank,
vielleicht kannst du die KI ja mal mit den neuen Daten füttern? Sehr spannend dein Ansatz!

nichts leichter als das! :smoke:

Ich habe zwei der neuen Fotos von Daniel sowie das Foto des Gewichtes aus Diorit von der einen verlinkten Webseite hochgeladen, die KI um einen Vergleich der Fotos gebeten sowie um eine Einschätzung, ob es sich bei Daniels Stein um ein Artefakt oder um eine Replik handelt.

Hier ausschnittsweise das Ergebnis (wie gehabt ohne Gewähr auf Richtigkeit):

Material & Oberflächenanalyse

Beobachtungen an deinem Stein

  • Oberfläche stark matt und porös
  • Unregelmäßige VerwitterungKeine hochpolierte, dichte Dioritstruktur erkennbar
  • Einschnitte wirken heller als Umgebung
  • Keine klare ,,Wüstenpatina" in den Gravuren

Vergleich zu gesicherten Ur-III-Gewichten

Originale aus der Zeit um 2030 v. Chr.:

  • sehr dichtes, feinkristallines Gestein (meist Diorit oder Dolerit)
  • stark polierte Oberfläche
  • gleichmäßige Alterung
  • Patina auch in den Keileinschnitten
  • extrem präzise gearbeitete Flächen

Bei deinem Stück wirken die Einschnitte frischer als die Oberfläche. Das ist eines der stärksten Indizien gegen ein 4000 Jahre altes Objekt.

Technische Ausführung der Keilschrift

Echte sumerische/akkadische Inschriften dieser Zeit:

  • wurden mit Rohrgriffel in weiches Material gedrückt (bei Ton)
  • oder mit Steinwerkzeugen eingepickt (bei Diorit)
  • zeigen klar erkennbare Keilköpfe (dreieckige Druckpunkte)

Dein Stein:

  • Linien wirken geritzt, nicht gepickt
  • Keile haben kaum dreieckige Volumina
  • Tiefen sind gleichmäßig wie bei Metallgravur
  • teilweise unsaubere Winkel

Das spricht eher für moderne Gravurtechnik.

Wahrscheinlichkeitsabschätzung

Basierend auf Bildanalyse:

  • Modernes Objekt oder spätere Replik: ~70–85 %
  • Antiker Stein mit späterer Gravur: ~10–20 %
  • Authentisches Ur-III-Artefakt: <10 %

Das ist natürlich keine absolute Sicherheit — nur eine fachliche Einschätzung anhand der Fotos.

Entscheidende Tests

Wenn du es ernsthaft klären willst, sind diese Punkte ausschlaggebend:

  • Mikroskopische Analyse der Gravurflanken → Werkzeugspuren? Metall? Moderne Schleifscheibe?
  • Dünnschliffanalyse des Gesteins
  • Patina-Vergleich innerhalb und außerhalb der Gravur
  • Röntgenfluoreszenz (Materialzusammensetzung)
  • Gewichtsmessung → stimmt es mit bekannten sumerischen Gewichtssystemen überein?

Zusammenfassung

Rein nach den Fotos:

  • Sehr wahrscheinlich keine originale sumerische oder akkadische Antike
  • Wenn antik, dann stilistisch Ur-III (neusumerisch), nicht altakkadisch
  • Wahrscheinlicher: moderne oder neuzeitliche Reproduktion nach bekanntem Shu-Sin-Gewicht

Viele Grüße

Frank

stratocaster

Interessant  :super:
Ich frage mich, ob die KI die beiden Bilder verwechselt hat  :nixweiss:
Bei dem Gewicht aus dem Louvre sind doch die Einschnitte viel heller als die Umgebung
und nicht bei Daniels Gewicht ???

Gruß  :winke:
Das Sucherforum dankt all denen,
die zum Thema nichts beitragen konnten
und dennoch geschwiegen haben !

Danske

Für mich sehen die Zeichen auf dem Stück von Daniel aus, als seien sie eingepickt und nicht eingeritzt worden. :glotz:  Und die Patina in den Linien sieht aus wie die auf der restlichen Oberfläche. Beides würde somit, folgt man der KI, für ein authentisches Stück aus dem Zweistromland sprechen.

LG
Holger
Ignoramus, ignorabimus.

Neos

Hallo, strato,

Zitat von: stratocaster in Heute um 19:59:18Ich frage mich, ob die KI die beiden Bilder verwechselt hat  :nixweiss:
Bei dem Gewicht aus dem Louvre sind doch die Einschnitte viel heller als die Umgebung
und nicht bei Daniels Gewicht ???

tatsächlich ist mir dieser eine Satz auch aufgefallen und ich kann ihn wie du nicht nachvollziehen.

Fakt ist, dass ich der KI zuvor klar definiert hatte, welches Foto das Gewicht aus dem Louvre darstellt und welche Fotos zu dem Stein gehören, mit dem es verglichen werden soll.

Viele Grüße

Frank

Wiedehopf

Hallo zusammen,
 
ein Einpicken der Schriftzeichen kann ich mir hier aufgrund der zur Verfügung stehenden begrenzten Fläche überhaupt nicht vorstellen. Eher das Gravieren mit einer Art Stichel oder Meißel. Und das von Daniel vorgestellte Stück sieht für mich viel authentischer aus als das Stück aus dem Louvre und zwar aufgrund der dort fehlenden Patinierung der Gravierung. Das Gesamtbild müsste nach 4000 Jahren doch viel homogener ausfallen, genau so wie bei Daniels Stück.   

Viele Grüße
Michael

Carolus Rex

Zitat von: stratocaster in Heute um 19:59:18Interessant  :super:
Ich frage mich, ob die KI die beiden Bilder verwechselt hat  :nixweiss:
Bei dem Gewicht aus dem Louvre sind doch die Einschnitte viel heller als die Umgebung
und nicht bei Daniels Gewicht ???

Gruß  :winke:

Das war auch mein Gedanke.
------------Melden macht frei--------------