Servus Vorgeschichtsfreunde,
von einem kürzlich entdeckten Acker direkt am Flussufer- der Wasserpegel liegt 2 m unter dem Ackerhorizont- weit und breit ist eine solche Stelle nicht existent. Daneben ein Neubau und ein Erholungsgebiet. Binnen kurzem konnte ich Keramik von der Jungsteinzeit bis in die Frühlatenezeit bergen. Heute kam Silex- unter Anderem auch dieses seltsame Teil..... ich vermeine Sichelglanz zu erkennen und auch wegen der Form tippe ich auf ein gezähntes Erntemesser.
Das Teil ist zwar abgebrochen- oder intentionell gekappt- und normalerweise sind Sicheleinsätze auch nicht so dick - weisen auch keine derartige Zähnung auf- sind auch meistens mit der retuschierten Kante im Holm eingesetzt... und überhaupt...deswegen frag ich mal nach
Danke für Einschätzungen
Euer
Edi
Dieses Teil lag daneben. Und jetzt frag ich mich ob diese Artefakte zeitlich zusammenpassen könnten.
Beide sind untypisch für meine Fundlandschaft... ich hab also ähnliches noch nicht gefunden....
letzteres ist bestimmt nichts Besonderes. Ein - für unsere Verhältnisse großer Abschlag- mit nachlässigen Retuschen im Spitzen- und Bulbusbereich..... aber warum?.... vorzüglicher Jurahornstein....absolute Location....
und Bulbusende , Spitze...
Moin!
Bronzezeitlicher zerbrochener Erntemessereinsatz; schönes Teil.
Beste Grüsse
N´abend!
neuzeitliche, ganzheitliche Danksagung;prägnante Antwort.
Bis bald
Habe nichts hinzuzufügen !! :super: :narr:
... aber Khamsin kannst Du mir noch einen kleinen Hinweis auf den Unterschied zwischen jungsteinzeitlichen und metallzeitlichen Silexernteeinsätzen geben? Denn leicht kommt man als Laie zu der verlockenden Anmutung , dass sich so ein dickes ungeschlachtes Teil eher am Anfang einer Technologiekette einzuordnen hätte... ausser ...in unseren Gefilden waren dermaßen plumpe Individuen zugange dass es ihnen an feinmotorischen, manuellen Fähigkeiten derart gebrach?
Danke Khamsin
edi
Moin!
Edi, die Idee könnte zwar naheliegen, aber in diesem Falle ist es nicht so. Ideomorphe Beispiele finden sich in dem Artikel:
Tillmann,A. 1989: Ein bronzezeitliches Revier am Tempelhof bei Ochsenfeld. Gde. Adelschlag, Lkr. Eichstätt. In: Steinzeitliche Kulturen an Donau und Altmühl (Ingolstadt) 1989, 189-199, bes. Abb. 10 und 11.
Es ist in der Tat bemerkenswert, dass die BZ Einsätze von Erntemessern z.T. ausgesprochen grobschlächtig sind. Offensichtlich waren sie aber erfolgreich, wie teilweise extremer sog. Sichelglanz an der gezähnten Seite zeigt. Demgegenüber bestehen alt- und mittelneolithische Stücke in aller Regel aus randlich unretuschierten Klingen.
Beste Grüsse
Nicht faul- hab ich dem A.T. gleich das Teil geschickt- per schlechtem Foto- siehe oben. Er tippte auf "Grand Pressigny"- aber da kann meine Halogenlampe Ihm einen Streich gespielt haben- und folgeschlüssig auf einen eventuösen Flintenstein. " Aber bevor ich einen Stein nicht in der Hand gehabt habe....." hat er dann noch gemeint.......
aber sowas ist es nicht , Khamsin, so ein Flintnstein.... ich glaubs auf jeden Fall nicht.....
hoffentlich bist Du wieder da wenn die Geräte wieder reingestellt werden ..... lass es fließen
mit rockend-lithischen Grüßen
Edi
Edi!
Ich verfolge das Forum nach wie vor, wenn auch zeitlich bedingt nicht mehr so oft, wie früher.
Also, keine Sorge und bis bald...
Beste Grüsse
Und heute vom selben Acker diese Dinger...ich sag mal nikks dazu...alle drei Dinger sind deutlich retuschiert
und noch Ansichten von dem Flintensteinverdacht....dem Ding auf dem ersten Foto oben links...
und noch die beiden rechts davon...
und der Rest vom oberen weissen Artefakt...
Per Foto wirklich schwierig zu beurteilen.. aber Artefakte sinds allemal... und irgendwie mag ichs nicht glauben dass alle Flintensteine auch welche sind...
Danke, wenn wer was beitragen möchte
Edi
Also nee, Flintensteine sind das keine, glaube ich. Die hiesigen sehen zumindest anders aus.
Grüße
RP
Danke RP, ich bin fast erleichtert...
aber der "SilFlint" oben auf der "Dreierversammlung" links (und in den Detailfotos) hat schon den typischen Querschnitt.. den Mittelgrat oben und die durchschnittliche Größe der bisher von mir aufgesammelten "Flintensteine". Aber ich dachte auch zuerst....: Neolithischer Kratzer...
Und hoffe ich bin (auch angesichts der Beifunde - oben) richtikk...
Schönen Wochenanfang ... und darüberhinaus
Edi
..und ich grüble nachttrunken noch immer ob dieser retuschierten Silexfraktion... ob der "SilFlint(++)" nicht doch ein Flintenstein ist???... ein jungsteinzeitlicher Kratzer wäre mir allerdings lieber- im Fundspektrum dieser Lokalität.
Das Material dieses Teils ist in der "Dreieransicht" hinsichtlich der Farbe am ehesten determiniert... Allerdings fehlt mir dieses "anthrazit-grün-bläuliche" bisher in meinem Fundgut .
Muss also von weit her kommen..... die Qualität scheint BESTENS
Ohne Euch unter Druck setzen zu wollen... nur mal so in die Nacht geplaudert
Gute Nacht (fast) allerseits
vom
Edi
Ich weiß nicht Freunde, ich habe mir die Bilder jetzt schon einige Male angesehen nur... ich kann nicht glauben, das es
sich dabei um ein Werkzeug handelt. Irgendwie stimmt für mich das Ganze nicht so recht.
Gruß ein ratloser Rambo
Salaam!
Edi, das Teil links auf dem Bild vom 5. November ist m.E. mit ziemlicher Sicherheit ein Flintenstein!
Neben der allgemeinen Form und Zurichtung weist die Zündkante verdächtig in diese Richtung. Genauer die seitlich vorstehende Ecke, ein typisches Merkmal an Flintensteinen. Dieses Merkmal weist zugleich darauf hin, dass die Batterie (wenn man so will der "Feuerstahl") am Schloss schmaler war als der Stein!
Beste Grüsse
Danke Khamsin,
dies hatte ich , wie oben schon angedeutet, auch befürchtet.
Die Ansichten "SilFlint o, u, ret b, ret c und u" stammen vom selben Objekt... dabei hat mir nur die Halogenlampe die Farbe "verstimmt".
Ich habe "es" hier mit reingestellt weil dies alles von einem kleinen Acker direkt am Flußufer stammt... gleich daneben liegt eine Brücke und seit Alters her ging hier eine Furt durch den Fluss.... Dies mag einer der Gründe für die geballte Ladung von verschiedensten Vorgeschichts (und modernen) Funden hier sein
Letzte Woche fand ich da eine erste Friedenhain-Schalenscherbe weit und breit...
Bis bald
Edi