Moin!
Es gibt kleinformatige Kratzer die auch gerne als "Daumnagelkratzer" bezeichnet werden. Tatsächlich geht es aber auch noch eine Stufe kleiner als ein Daumnagel und das sind Kratzer mit dem Durchschnitt eines "Cent-Stücks".
Auf dem Fundgelände am rechten Niederrhein treten sie immer mal wieder mit auf und sind meist rundum retuschiert. Sie sind von der Materialwahl und Fundzusammenhang her sehr wahrscheinlich in die Zeit des späten Neolithikums einzuordenen.
Das Gestern aufgelesene Exemplar ist nicht nur rundum retuschiert worden sondern weist auch Spuren des Gebrauchs auf. Wie hier schön öfter diskutiert, ist die konkrete Verwendung nicht zu klären. Der Vorschlag, dass solche Miniaturen als Bohrköpfe gedeint haben könnten gehört mit zum Blick auf diese rätselhaft kleinformatigen Stücke. An diesem Fundbelegmeine ich aber ist am ehesten an eine Kratzende Funktion zu denken.
MAterial: Maasfeuerstein vom Rijckholttyp
Länge: 13 mm
lG Thomas
Hier Ansichten der umlaufdenden Arbeitskante
Hallo Thomas,
sensationell klein. wunderbares Stück.
So unterscheidet sich das Fundspektrum im direkten Vergleich zum Süden.
Derartige "Daumennagelkratzer" finden sich in meiner Fundgegend ausschließlich im Mesolithikum.
Grüße Peter
Ein feiner Fundbeleg :super:
Da ist ein gutes Auge und tiefe Gangart erforderlich :glotz:
LG Holger