Abschlag mit Retuschen

Begonnen von Schabersucher, 22. Februar 2026, 14:08:55

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Schabersucher

Liebe Leute,

hier möchte ich euch mal wieder einen Flintstein zeigen und nach eurer Einschätzung fragen.

Maße: ca 6 cm x 4 cm x 1 cm, 25 g
Fundort: Schleswig-Holstein

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Ein Abschlag, der auf der Dorsalseite (Bild 2) flächig retuschiert ist, und auch auf der Ventralseite (Bild 1) im linken Bereich eine großflächige Retusche besitzt. In Bild 1 rechts unten erkennt man Schlagbeule und Schlagnarbe (im Original besser zu erkennen als hier). Denkt ihr, das war ein Werkzeug, und wenn, was? Spitze, Schaber?

Viele Grüße,
Sven


thovalo

#1
Moin und Glückwunsch ...... ein besonderes Artefakt in jedem Fall!

Hast du das Stück selber gefunden? Und wenn, wie waren die Fundzusammenhänge (gab es von dort schon Funde, ist es ein Acker, sind Großsteingräber in der Nähe usw.?)

Die beidseitig vorhandenen Bearbeitungsspuren wirken "kräftig" von den Seiten eingeschlagen, jedenfalls nicht fein und gleichmäßig formend. Die Basis scheint abgebrochen zu sein. Im Format von 6 x 4 cm und mit 24 g liegt das Stück an der äußeren Kante des Formats einer regulären Pfeilspitze.

Durch die eher groben seitlichen Schlagnegative und die Umrißform hat das Stück auch etwas von einem "kleinen Faustkeil" mit abgebrochener Basis.

lch glaube einige Bilder mehr, auch von der Seite und dem Basisverlauf, der ja irgendwie einseitig retuschiert wirkt, bei TAGESLICHT und nicht bei KUNSTlicht mit Gelbeffekten, helfen bei der Einordnung


lG Thomas
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

Neos

#2
Moin, Sven,

da kann ich Thomas nur zustimmen: Weitere Fotos wären definitiv von Vorteil, insbesondere die beider Lateralen.

Mein erster (!) Eindruck von dem Fundstück: Ein beidseitig flächenretuschiertes Sichel-Fragment oder das Fragment einer Sichel-Vorarbeit. Das sieht auf jeden Fall wirklich mal spannend und vielversprechend aus!  :super:

Viele Grüße

Frank

Schabersucher

#3
Zitat von: thovalo in 22. Februar 2026, 15:42:26Moin und Glückwunsch ...... ein besonderes Artefakt in jedem Fall!

Hast du das Stück selber gefunden? Und wenn, wie waren die Fundzusammenhänge (gab es von dort schon Funde, ist es ein Acker, sind Großsteingräber in der Nähe usw.?)

Die beidseitig vorhandenen Bearbeitungsspuren wirken "kräftig" von den Seiten eingeschlagen, jedenfalls nicht fein und gleichmäßig formend. Die Basis scheint abgebrochen zu sein. Im Format von 6 x 4 cm und mit 24 g liegt das Stück an der äußeren Kante des Formats einer regulären Pfeilspitze.

Durch die eher groben seitlichen Schlagnegative und die Umrißform hat das Stück auch etwas von einem "kleinen Faustkeil" mit abgebrochener Basis.

lch glaube einige Bilder mehr, auch von der Seite und dem Basisverlauf, der ja irgendwie einseitig retuschiert wirkt, bei TAGESLICHT und nicht bei KUNSTlicht mit Gelbeffekten, helfen bei der Einordnung


lG Thomas
Moin Thomas und Frank,

vielen Dank für Eure Antworten!
Ja, den Stein habe ich selbst gefunden. Es gibt in der Gegend tatsächlich Großsteingräber, Funde aus dem Neolithikum und dem Mesolithikum. Hier rutscht die Steilküste ab und so kommen Steine, die bisher noch wenige bis viele Meter unter der Erdoberfläche gelegen haben, an die Oberfläche.

Ich habe den Stein nochmal mit einer leuchtstärkeren Lampe fotografiert, das hat leider die Farbwiedergabe nicht verbessert, aber jetzt sind vielleicht mehr Details zu erkennen. Die Bilder sind jetzt mit Namen versehen. "Kante1" ist die, die in der Ventralansicht links liegt. Diese Kante ist von beiden Seiten bearbeitet. Die Basis ist, glaube ich, nicht gebrochen, sondern hier gibt es auf der Dorsalseite eine relativ große Facette, die sich nach unten verjüngt. An den Wallnerlinien auf dieser Facette (und einem hinge kurz vor der Basis) sieht man, dass sie schon angelegt war, als dieser Stein mit einem Abschlag vom Kern abgetrennt wurde. Die Basis ist leicht konkav gekrümmt, auf die Ventralseite gibt es einige ziemlich kleine Absplitterungen an der Basis.

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Viele Grüße,
Sven

Schabersucher

... und hier Bilder von der ersten Kante ...

Schabersucher

... und Bilder von der zweiten Kante ...