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#1
Steinartefakte / Aw: derber klingenförmiger Ab...
Letzter Beitrag von Danske - 22. Januar 2026, 22:16:11
Moin Jan,

ich glaube, du hast mich da falsch verstanden. :friede:

Strandfunde sind natürlich nicht von vorneherein minderwertig, um Gottes willen. Ich meine es genau so, wie Jürgen es geschrieben hat. Durch das "Strandgeschehen" kann die Beurteilung von Funden ungleich schwieriger und anspruchsvoller werden als die von Funden im Binnenland.

LG
Holger
#2
Steinartefakte / Aw: derber klingenförmiger Ab...
Letzter Beitrag von Wiedehopf - 22. Januar 2026, 19:59:07
ZitatAlso, Strandfunde sind nicht von vornherein minderwertig, sondern anspruchsvoller. Die Unterwasserarchäologie hat sehr bedeutsame Funde, Bestattungen und Fischereivorrichtungen 'an den Tag' gebracht weil diese Stellen vom Seegras und Gyttia geschützt die Zeiten überdauert haben.

Ich finde es bei den Strandfunden so faszinierend, dass von ganz groben abgerollten Stücken bis hin zu jahrtausendealten Haselnussschalen und Rindenstücken (aus freigespülten Torflinsen) alles möglich ist. 

Viele Grüße
Michael
#3
Steinartefakte / Aw: derber klingenförmiger Ab...
Letzter Beitrag von StoneMan - 22. Januar 2026, 19:23:45
Moin,

@ Jan, Danke für Deinen Exkurs.

Auch ich sage oft, dass Strandfunde problematisch sind.

Damit meine ich aber, dass durch die "Brandungsgeröllmühle" sowohl intentionelle Merkmale zerstört
werden, als auch rezente, natürliche "Merkmale", hinzukommen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Gruß

Jürgen
#4
TV-Tips und Mediennews / Aw: Buch zur Grabung in der Bl...
Letzter Beitrag von StoneMan - 22. Januar 2026, 19:03:07
Zitat von: Storkianer in 22. Januar 2026, 17:25:26Da fehlen mir die Worte!


Worte hätte ich - die sind aber nicht druckreif.

Dumm und traurig ist es allemal.
#5
Steinartefakte / Aw: Artefakt oder Geofakt?
Letzter Beitrag von Sucher1412 - 22. Januar 2026, 18:58:51
Vielen Dank euch allen für die Erklärungen und die schönen Beispiele.
LG Sucher 1412
#6
Steinartefakte / Aw: derber klingenförmiger Ab...
Letzter Beitrag von Steinkopf - 22. Januar 2026, 18:51:45
Hallo in die Runde,

Holger schreibt: "Problematisch ist halt auch der Fundort "Strand".

Das ist der Chorgesang aus dem Binnenland. Das Mesolithikum im Nord- und Ostseeraum war durch
dramatische Änderungen der Küstenverläufe geprägt, die zu zu charakteristischen kulturellen
Anpassungen führte.

Das Abtauen der Gletscher überflutete den Norden der Kimbrischen Halbinsel
(Jütland) und wandelte DK von einem Festland zu einem Inselreich. Die Menschen reagierten mit
einer Küstenkultur (Fischzäune, Boote, Millionen Kern- und Scheibenbeile für ein Leben
am Wasser.

Aber auch der Zustand war nicht von Dauer: Vom Gewicht des Eises befreit hob sich die Tektonische Platte
im Norden, Die Muschelhaufen liegen (in Nord-Jütland) heute hoch im Binnenland.
Die Platte, die sich im Norden hob, senkte, und senkt sich immer noch etwa im Raum Süd-Jütland,
Schleswig-Holstein und MVP (Kippbewegung).

So kommt es, daß etwa zeitgleiche mesolithische Siedlungsplätze im Norden Jütlands im trockenen
Binnenland erforscht werden können (wie Binnenländer es lieben (etwas anderes  kennen die Wenigsten).
Im immer noch ansteigenden Norwegen und Schweden liegen die alten Küstenplätze hoch im Land,
spätere Siedungen wurden an der jeweils aktuellen Küstenlinie darunter angelegt.

Siedlungsplätze südlich von etwa Ahus hingegen sind nur durch aufwendige Unterwasserarchäologie zu erforschen.
Auch die deutsche Ostseeküste (ich nenne mal Flensburg, Kiel bis Rügen) hat mesolithe Siedlungsplätze
nicht am Strand sondern unter Wasser. Auf manche Plätze wurde die Archäologie erst durch
solche Standfunde aufmerksam. Ein Helfer an nicht allzu tiefen Küsten ist der Blasentang, der auf festem Boden
(z. B. ein Steinbeil) Halt findet und wächst. Irgendwann hat die Pflanze soviel Auftrieb, dass sie ihre Verankerung
aus dem Boden zieht und im Flachwasser zum Strand wandert.  Bei Trockenheit vergeht der Tang, der Stein bleibt.
Das ist die Realität für die Archäologie, wozu ich auch aufmerksame Strandsammler, die ihre Funde melden,
zähle.

Also, Strandfunde sind nicht von vornherein minderwertig, sondern anspruchsvoller.
Die Unterwasserarchäologie hat sehr bedeutsame Funde, Bestattungen und Fischereivorrichtungen
'an den Tag' gebracht weil diese Stellen vom Seegras und Gyttia geschützt die Zeiten
überdauert haben.

Und es gilt auch jetzt ganz aktuell: Dein Vorgarten von heute ist vielleicht der Strand von Morgen!

LG
Jan



#8
Steinartefakte / Aw: Artefakt oder Geofakt?
Letzter Beitrag von Nanoflitter - 22. Januar 2026, 16:13:17
Hier mal mein bestes Objekt aus dem Zeug. LG
https://sucherforum.de/steinartefakte/lange-hornsteinklinge/
#9
Steinartefakte / Aw: Artefakt oder Geofakt?
Letzter Beitrag von thovalo - 22. Januar 2026, 15:44:32
Das ist Abensberger Feuerstein!

Der wurde in Mengen abgebaut und weithin ausgetauscht. Artefakte daraus sind meist klingenförmig, weil sich dieser Hornstein in der Lagerstätte oft in plattigen Stücken ausgebildet hatte. Von den Platten wurde dann Klinge für Klinge abgetrennt. Oft wurden die Klingen als Einsätze in Sicheln zum Schneiden verwendet und weisen Glanz auf. Es gibt auch schöne Klingen-/Endkratzer, Bohrer usw.


lG Thomas
#10
Steinartefakte / Aw: Artefakt oder Geofakt?
Letzter Beitrag von Nanoflitter - 22. Januar 2026, 15:34:25
Dann ist es ja nicht so weit bis Abensberg, wo das Material vermutlich herstammt. Hier in Hessen nördlich vom Main finde ich noch schöne Sachen daraus! LG