Klapperstein?

Begonnen von Blausperber, 15. April 2021, 10:20:18

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Blausperber

Hallo,

Diese Feuersteinkugel stammt vom Ostseestrand.
Vorher klapperte der Stein nicht. In der Kugel befindet sich ein größeres Loch.

Könnte vielleicht dadurch der fossile Schwamm ausgespült worden sein?

Nach dem Aufschlagen jedenfalls kann man einen Hohlraum mit Kalkablagerungen erkennen.

Sprotte

Die Antwort ist: Ja.

Der kreidezeitliche Kieselschwamm Plinthosella squamosa war +/- rundlich mit Auswüchsen (und einem Stiel?). Um diesen Schwamm herum haben sich feine Kreideteilchen abgelagert und schließlich eine Flintkonkretion gebildet. Durch Löcher (aufgrund der Auswüchse/des Stiels des Schwamms) an der Außenseite der Konkretion konnten die Kreideteilchen herausgewaschen/herausgelöst werden --- ein Klapperstein ist entstanden.

Bei deinem Fund ist der Schwamm nach dem Bruch der Konkretion einfach herausgefallen (unter Umständen auch durch das Loch). Übrigens halte ich das Weiße nicht für Kreide sondern für Opal (Säuretest).

Viele Grüße
Sprotte

Fabulas

Von mir aus könnte es hier eine Klapperstein-Bildergalerie geben. Sie sind so faszinierend, vor allem für Südländer (BW) wie mich.

Glückwunsch zu diesem schönen Fund! Toll!!

Fabulas

ChristianH

Hier eine Feuerstein-Druse und als Zugabe noch ein Seeigel von gestern. Alles auch schön aus dem Norden  :winke:

StoneMan

Zitat von: Fabulas in 16. April 2021, 20:04:21
Von mir aus könnte es hier eine Klapperstein-Bildergalerie geben. Sie sind so faszinierend, vor allem für Südländer (BW) wie mich.

Glückwunsch zu diesem schönen Fund! Toll!!

Fabulas

Biddeschööön > Klick <

:winke:

Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
Antoine de Saint-Exupéry

Fabulas

Um's bildhaft auszudrücken: Oh mein Gott, wie schön!

Tausend Dank für's Zeigen. Wir haben einmal zwei Wochen Urlaub auf Rügen verbracht. Meine Schwester war auch dabei.
Den lieben langen Tag lang haben wir uns Meer, Felsen, Steine, Buchenwald förmlich reingesaugt. Wir haben nicht gesucht. Aber gefunden: Schönste Natur, wundervolle Steine und meine Schwester hat damals auch einen Klapperstein gefunden. Absolut magisch.
Und hier sooooo viele! Sehr schön.

Liebe Grüße
Fabulas

Herlitz

Da kann ich doch hier gut mal Hermann Hesse zitieren, das passt ganz gut hier ins Forum:
,,Wenn jemand sucht", sagte Siddhartha, ,,dann geschieht es leicht, dass sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt frei sein, offen stehen, kein Ziel zu haben. ..."
:winke: Sven


Fabulas

Zitat von: Herlitz in 17. April 2021, 09:21:18
Da kann ich doch hier gut mal Hermann Hesse zitieren, das passt ganz gut hier ins Forum:
,,Wenn jemand sucht", sagte Siddhartha, ,,dann geschieht es leicht, dass sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt frei sein, offen stehen, kein Ziel zu haben. ..."
:winke: Sven



Dankeschön Sven! Das ist sehr schön. Alles von Hesse gelesen, aber die vielen wunderbar philosophischen Gedanken die er seinen Protagonisten in den Mund legt, könnte ich nie zitieren. Ich hoffe aber, dass ich vieles verinnerlicht habe.
Hier im Forum ist viel von einem "guten Geist" zu spüren.
In diesem Sinne revanchiere ich mich auch mit einem Hesse-Zitat: Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.
– Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel

Liebe Grüße
Fabulas

Wiedehopf

Hallo Sven,

ich kann mich Fabulas nur anschließen und bedanke mich für dieses schöne und für das Sucherforum so passende Zitat.

Viele Grüße
Michael


hargo

#9
Zitat von: Herlitz in 17. April 2021, 09:21:18
Da kann ich doch hier gut mal Hermann Hesse zitieren, das passt ganz gut hier ins Forum:
,,Wenn jemand sucht", sagte Siddhartha, ,,dann geschieht es leicht, dass sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt frei sein, offen stehen, kein Ziel zu haben. ..."
:winke: Sven

>>>Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt frei sein, offen stehen, kein Ziel zu haben. ..."
...

Besessenheit kann ein Vorteil bei der Feldbegehung sein!

Aus eigener Erfahrung:
Ein Ziel bei der Augensuche zu haben (z.B. Bronze), ich garantiere euch, geht mit dem Gedanken raus und es funktioniert.
Dagegen heiß Finden: gehe kreuz und quer über den Acker ohne etwas zu erwarten, auch das funktioniert, ohne Zweifel, immer wieder ganz gut. Man sollte es grundsätzlich nach einer regelmäßigen Begehung (Bahn für Bahn / gähn) machen ; )


mfg

Herlitz

Ja, hargo, da hast du einerseits schon Recht. für eine wissenschaftliche Feldbegehung, und so etwas sollten wir ja anstreben, ist es natürlich von Nöten, Bahn für Bahn abzusuchen. Andererseits sollten wir eben auf alles Menschengemachte achten, nicht nach Speziellem suchen. Dabei finden wir auch ab und an Fossilien, interessante Gesteine und mehr.
Und ich kann es nicht bestätigen. Ich habe bis jetzt nur sehr selten das gefunden, was ich gesucht habe. Im Gegenteil. Und mit Bronze brauche ich hier gar nicht anfangen  :nono: . Und noch keine einzige Pfeilspitze, wie sie auf bandkeramischen und bronzezeitlichen Fundflächen vorkommen sollten, habe ich entdeckt. Wobei das das einzige ist, was ich noch zu suchen habe  :zwinker: .
:winke: Sven

ChristianH

Die Art der Begehung richtet sich bei mir immer nach zwei Hauptfaktoren. Erstens wieviel Zeit ich habe, zweitens, was ich erreichen wiill und kann unter Maßgabe der zur Verfügung stehenden Zeit, was wiederum davon abhängt, wieviel über die Fläche bereits bekannt ist. Wird sie neu prospektiert oder gibt es bereits offene Fragen? Etwa wie weit sich eine bekannte Fundstreuung erstreckt. Da ich selten viel Zeit habe und die Äcker groß sind, kommt eine systematische Begehung ohne Schwerpunkte erst zu einem späten Zeitpunkt. Meist werden nur Teilgebiete systematisch begangen. Man hat natürlich immer "Traumfunde" im Kopf. Aber das Schönste sind die Überraschungen, d.h. alles womit man gar nicht gerechnet hatte. Auch wenn z.B. Fossilien nur "Beifang" sind, können sie leicht einmal zum Fund des Tages avancieren.

Wiedehopf

Hallo zusammen,

bei mir hat sich da die Perspektive mit zunehmendem Alter verschoben. Früher war ich z.B. mal darauf fixiert unbedingt ein Steinbeil finden zu müssen. Habe sogar meine damals schulpflichtigen Kinder mit über die Äcker geschleppt (und die beiden hatten sogar Spass daran). Irgendwann hatten wir dann fünf Beile zusammen. Mittlerweile streife ich lieber einfach los, ohne jeglichen Anspruch und lass mich überraschen was sich so von mir finden lässt.

Auch auf den Flohmärkten (als es sie noch gab) war das so, ich habe immer phasenweise nach Büchern, Schallplatten, Kunst, Design .... (je nachdem was gerade bei mir in war) gesucht und wahrscheinlich bei dieser Fixierung wer weiss was für tolle Sachen übersehen.  Meinen liebsten Fund (hat kurioserweise sogar was direkt mit Hermann Hesse zu tun) habe ich dagegen beim völlig entspannten Umherstreifen gemacht und insofern möchte ich ihm bzw. seinem Siddharta Recht geben, auch wenn dessen Suche sicher eher spirituell gemeint war.

Viele Grüße
Michael    

Herlitz

Interessant, wie sich doch so ein Beitrag entwickeln kann!  :dumdidum:

Übrigens habe ich beim nichts suchenden Spazierengehen doch tatsächlich so einen Wiedehopf gesehen. Die sind ja in Deutschland doch recht selten. Gut, dass wir hier im Forum einen solchen haben  :zwinker: .

:winke: Sven

Wiedehopf

Hallo Sven,

vielen Dank.

Der Wiedehopf an sich ist übrigens ein sehr unangenehmer Geselle der sich u.a. durch das Absondern von Körpersekreten und Exkrementen verteidigt. Es gibt sogar die Redensart 'Er stinkt wie ein Wiedehopf'.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, wieso sich dann jemand so einen Nutzernamen wählt. Ganz einfach: Der Wiedehopf ist der Wappenvogel des Dorfes in dem ich wohne (genauer gesagt: zwei Wiedehöpfe). Gesehen habe ich sie hier allerdings noch nie, früher dagegen sollen sie ziemlich häufig gewesen sein. Allerdings konnte ich mal in Ägypten eine ganze Gruppe beobachten, das war schon beeindruckend.

Viele Grüße
Michael     

McSchuerf

Hallo,

bei dem Begriff "Klapperstein" musste ich tatsächlich etwas schmunzeln.
Bei mir klappert höchstens bald mein Skelett  :oho:.. denn man kommt so langsam in die Jahre  :-D ..

.. und natürlich Gratulation zu diesen Funden!  :winke:

Gruß Peter