Endlich wurde mein Lieblingsfeld wieder geackert. Leider hat's noch nicht viel geregnet aber die ersten Trümmer tauchen schon auf.
Was ich bis jetzt auf dem Acker gefunden habe ist Endeolithikum bis UK. Jetzt habe ich schon alle bayerischen Fundchroniken durchgenudelt, bin aber nicht fündig geworden. Habt Ihr eine Idee dazu
Das Teil ist noch naß, darum auch noch etwas dunkel. Ich hoffe man erkennt trotzdem was.
Servus
Andreas
Hallo,
ich bin jetzt kein Experte, aber die rauhe Außenseite sieht fingergeschlemmt aus. Meines Wissens gab es solches Oberflächendekor von fingerbreiten Furchen in der Bronzezeit und Urnenfelderkultur (in Süddeutschland).
Gruß,
Thomas
Grüß Dich Thomas,
vielen Dank für die Einschätzung. Das denke ich auch, daß das ziemlich hinkommt.
Nun suche ich eine Analogie für dieses Muster. Ich denke man dürfte es am ehesten so Zwischen Landshut - Straubing - Passau finden.
Hier nochmals Bilder der trockenen Scherben
Bild 1: Das besagte Stück
Bild 2 + 3: Bruchstück eines Henkels, sandgemagert mit Silberglimmer
Bild 4: Eine Scherbe mit was eingeritztem, Ich hoffe ich finden den Rest dazu auch noch
Bild 5: Rest der Tagesausbeute. Nicht viel aber der Bauer baut erst nächstes Jahr wieder Mais an.
Also liebe Niederbayern (und natürlich auch Oberpfälzer) , habt Ihr ein Stück mit ähnlicher Verzierung?
Servus
Andreas
... und dann ist da was, daß entweder nach einen Weg oder einer alten Flurgrenze aussieht.
Leider hab ich das Bild heute früh etwas gegen das Sonnenlicht fotografiert so daß fast nix erkennbar ist. Ich werde die nächsten Tage mal besser Bilder machen.
Baba
Andreas
Hallo Andreas,
ich war heute im Museum, hab an deine Scherbe gedacht und deshalb gleich das Foto hier gemacht. Man erkennt sehr schön die Fingerstrichverzierung. Ähnlich dürfte es bei deiner Scherbe ausgesehen haben, nur daß an der Stelle neue Furchen ansetzen. Soweit meine Vermutung. Bin aber wie gesagt auch nur ein Laie. Das Gefäß war hier BZ datiert.
Zu der Furche im Feld weiß ich nichts. Ich tippe mal eher auf ehemalige Ackergrenze.
Gruß,
Thomas
Zitat von: console73 in 11. Oktober 2009, 19:42:21
Zu der Furche im Feld weiß ich nichts. Ich tippe mal eher auf ehemalige Ackergrenze.
Grüß Dich Thomas,
zu der Linie im Feld. Leider gibt das Luftbild auch nicht mehr her.
Servus
Andreas
Nach dem starken Regen letzte Nacht bin ich heute nochmals auf den Acker.
Hauptsächlich Grobgemagerts ohne Verzierung; etwas Sandgemagertes mit Glimmer.
Bild 1: Da ist leider eine aufgesetzte Leiste abgeplatzt
Bild 2: Arkardenleiste, auch wenn man das auf dem Bild fast nicht erkennt
Bild 3: Noch ein Henkelbruchstück mit Glimmer
Bild 4: Tagesausbeute
Die größten Stücke sind fast Handteller groß und haben fast keine Wölbung. Das müssen ziemliche Oschies gewesen sein. Ich denk mal, da dürfte noch einiges in der nächsten Zeit auftauchen.
Servus
Andreas
Hallo Andreas,
abgesehen davon, dass ich nicht wirklich der Experte
für Scherben bin...Könntest du das Luftbild vielleicht
mal unbearbeitet einstellen?!
Ach und..wie erkennst du beispielsweise auf Bild 3 deines
letzten Posts, dass es sich hierbei um ein Henkelbruchstück
handelt?
Greetz,
Justus
Servus Justus,
Du hast recht, auf den Bild erkennt man nicht, daß es ein Bruchstück vom Henkel ist. Ich muß mal bessere Bilder machen.
Hier mal das Luftbild ohne Strich. Man erkennt zwar u.li. in der nähe des Hofes einen verfüllten Hohlweg und noch ein paar andere Wege aber das weiter oben könnt auch eine Flurgrenze gewesen sein.
Grüße
Andreas
Moin Andreas,
also ich mein', die Frage war jetzt in dem Sinne nicht darauf abgezielt,
dir mitzuteilen, dass die Bilder so schlecht sind.
Aber bessere Bilder sind immer gut :zwinker:
Also auf dem Luftbild erkenne ich ehrlich gesagt kaum Auffälligkeiten,
abgesehen von dem schon von dir erwähnten Hohlweg.
Der von dir vorher gekennzeichntete Weg ist aber trotzdem
interessant. Zumindest der Acker dazwischen und der Acker, auf
dem links die Hohlwege zu sehen sind.
Man sieht, dass diese alle quasi an einem Punkt beginnen.
Interessante Stelle..
Greetz,
Justus
Hallo Andreas,
hast du schon mal in das Urkataster geguckt, ob damals diese Wege oder Feldgrenzen noch so verliefen? Man kann aus den alten Katasterblättern jede Menge Informationen für die Heimatgeschichte ziehen.
Gruß,
Thomas
Der Fluch an der Fundstelle ist, daß wenn mal was gut datierbares dabei ist, dann sind die Teile so klein, daß man auch wieder nix genaueres sagen kann. Trotzdem nehme ich an, daß die Verzierung auf Bild 1 abgesengte Dreiecke sind und das kommt bei uns in der Bronzezeit vor.
Bild 1: Sandgemagerte Keramik mit abgesengten Dreiecken.
Bild 2-5: Mehr Bilder vom Henkel
Servus
Andreas
Ja, mir gehts ganz genauso. Es sammeln sich hier Berge von Scherben an, aber meinst du, da wäre mal was Charakteristisches dabei. Man wälzt Bücher und vergleicht die kleinsten Musterchen, um mal ein Erfolgserlebnis zu haben. Man schwelgt durch Vorgeschichtsausstellungen, vergleicht Magerung und Farbe, und ist anschließend noch viel verwirrter als vorher. :irre:
Und trotzdem machts irre Schpaß.
Gruß,
Thomas
Servus Andreas,
meine Suchgegend ist ja nicht allzu weit von Deiner entfernt. Ich kann mich jetzt natürlich auch täuschen, aber ganz spontan erinnert mich die grad eben gezeigte, verzierte Scherbe ("abgesengte Dreiecke") doch sehr an die Linearbandkeramik... Und das nicht nur wegen der Verzierung, sondern auch wegen der Machart, Farbe etc. Aber da können Fotos natürlich schon trügerisch sein.
Liebe Grüße
Stefan
Grüß Dich Stefan,
Danke für Dein Wohlwollen. Aber Linearbandkeramisch schaut's bei mir mau aus. Das Zeug ist saudünnes, sandgemagertes Zeugs und zerbricht allein vom anschaun. Die LBK in der Gegend ist dickwandiger und die Verzierung etwas "grober". Das ist zumindest mein Eindruck.
Bist Du am Wochenende in Donauwört? Das ist ja fast ums Eck bei Dir.
Servus
Andreas
Servus Andreas,
auf den LBK-Stellen hier gibts sowohl dick- als auch dünnwandige verzierte Keramik. Das allein wäre also für mich noch kein Ausschlussgrund. Aber wenn Du schreibst, die Keramik ist zerbrechlich und saudünn, dann passt es nicht zu meinen LBK-Funden.
Wobei die Frage ist, ob die Zerbrechlichkeit einer Scherbe nicht auch durch die Boden- und Witterungsverhältnisse sehr stark beeinflusst wird und daher nicht unbedingt einen Indikator für das Alter darstellt.
Liebe Grüße
Stefan
P.S.: Nein, ich bin nicht in Donauwörth. Es passt terminlich nicht. Und um die Ecke liegt es nicht unbedingt. Das dürften gut 150 Kilometer sein...
Zitat von: osman.herberger in 13. Oktober 2009, 21:43:59
P.S.: Nein, ich bin nicht in Donauwörth. Es passt terminlich nicht. Und um die Ecke liegt es nicht unbedingt. Das dürften gut 150 Kilometer sein...
Ups, Ich Dachte Du bist aus dem Eck. Wo ist denn wieder diese Verluchte Sucherkarte.
Naa, i wohn doch südlich von Rengschburg, oiso quasi nördlich von Dir !
Do findst de Kartn: http://www.sucherforum.de/index.php/topic,34889.0.html
Um so so interessanter wär's gwesn.
Vielichts hauts ja beim nächstenmal hin.
Servus
Andreas
Hi Bavaricum,
die mit dem Dreieck verziehrte ist meiner Meinung BZ/Uk evtl Ha. Habe schon einige sehr ähnliche gefunden, die als BZ/Uk datiert wurden. Auch die anderen grobgemagerten sehen für mich sehr nach BZ aus.
Gruß
Andi