Autor Thema: Vorher/Nachher-Vergleich: Eiserne napoleonische Kartätschenkugel  (Gelesen 275 mal)

Offline Rheinpirat

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Hallo zusammen,

anbei ein Vorher/Nachher-Vergleich einer eisernen Kartätschenkugel aus einem Sandboden.
Randdaten müssten Richtung Napoleon gehen: 190 g, 40 mm Durchmesser. Napoleonische Truppen haben am Fundort Station gemacht  :prost:.

Bin folgendermaßen vorgegangen:
- Demineralisiertes Wasser mit Spüli (einige Tage)
- 100er Schleifpapier
- Drahtbürste
- Stahlwolle für die kleinen Rostnester, die die Drahtbürste nicht geschafft hat
- 1000er Nass-Schleifpapier
- Demineralisiertes Wasser (Wochen)
- Dampfbad zum Entsalzen
- Trocknung bei 100 °C
- Wachs (nur Bienenwachs in Terpentin aufgelöst)

Viele Grüße

PS: Was auf dem Nachher-Bild wie Rest-Rost aussieht sind nur Verfärbungen, die beim Dämpfen entstanden sind.

Offline Rheingauner

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Nicht schlecht Herr Specht ,  :super: :winke:
Gruß

Offline Fabulas

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Hut ab, die kann glatt als neu durchgehen.
Und Respekt: sooooo viel Geduld!

Danke für‘s Zeigen!

Viele Grüße
Anita

Offline RockandRole

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Servus  :winke:,

das schaut echt gut aus. Mein Dampfgarer ist auch erst letzte Woche gekommen, kannte dies Methode vorher noch gar nicht. Hab mir das auch für Kartätschen zugelegt. Bei einem Test, hat es nämlich ein paar der Testobjekte (schlecht erhaltene Messer, Bolzenspitze usw.) ein wenig zerlegt. Das war sehr brüchig das Zeug, deshalb nicht so schlimm.

Bei den Kugeln habe ich da nicht so viel Angst ;) ich mache allerdings vorher, etwas weniger als einen Tag eine leichte Lyse an, damit der Rost beim Klopfen mit dem Hammer besser abgeht. Eisenpatina bleibt zum Glück meist vollflächig erhalten.

Wieviel Zeit hast du in Handarbeit investiert?

liebe Grüße Daniel
gefährliches Drittelwissen

Offline Rheinpirat

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Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen!

@ Daniel:
Für die mechanische Bearbeitung habe ich einen Vormittag benötigt. Das klappt prima, wenn man im Homeoffice sitzt und eine längere Besprechung angekündigt ist, zu der man ohnehin nichts beitragen kann  :-D

Das 100er Schleifpapier für den groben Rost war ein ganz billiges aus dem No-Name-Regal im Baumarkt. Das hat den Vorteil, dass sich eher die Körner vom Papier lösen, als dass man die unter dem Rost liegende Oberfläche zu stark ankratzt. Mit der Drahtbürste habe ich die Kugel dann so lange bearbeitet, bis sich kein Rost mehr gelöst hat (zwischendurch immer wieder mit Wasser abwaschen). Das dauert relativ lange. Die kleinen verbleibenden Rostnester haben sich dann recht problemlos mit Stahlwolle beseitigen lassen. Den Schritt mit dem 1000er Nass-Schleifpapier hätte ich mir eigentlich sparen können. Ich hatte mir erhofft, den Oberflächen-Kontrast noch etwas herausarbeiten zu können. Das hat aber eigentlich keine nennenswerten Effekte gehabt.

Viele Grüße

Offline RockandRole

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Schönen guten Morgen

Ich würde sagen..Zeit sinnvoll genutzt  :zwinker:

Bei unseren sieht man sogar die Gussnäte und den Ansatz des Gusskanals den man abgeschlagen hat. Ich mache bei Zeiten mal einen Beitrag.

Liebe Grüße Daniel 
gefährliches Drittelwissen